Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 4 Stimmen.
Xurt'an: The End of the World and Other Myths, Songs, Charms, and Chants by the Northern Lacandones of Naha'
Xurt'an (das Ende der Welt) zeigt die reichen Erzähltraditionen der nördlichen Lakandonen von Naha' anhand einer Sammlung traditioneller Erzählungen, Lieder und ritueller Reden. Die lakandonischen Maya, die früher im dichten tropischen Regenwald von Chiapas, Mexiko, isoliert lebten, sind eine der kleinsten Sprachgruppen der Welt. Obwohl ihre Sprache nach wie vor aktiv und lebendig ist, wurde ihre traditionelle Kultur nach dem Tod ihres religiösen und zivilen Führers im Jahr 1996 aufgegeben. Da die traditionellen Zusammenhänge fehlen, in denen die Kultur weitergegeben wurde, geraten die mündlichen Traditionen schnell in Vergessenheit.
Diese Sammlung enthält Schöpfungsmythen, die den Zyklus von Zerstörung und Erneuerung der Welt, den Aufbau des Universums, die Reiche der Götter und ihre Fürsprache in den Angelegenheiten der Sterblichen sowie die Reise der Seelen nach dem Tod beschreiben. Andere traditionelle Geschichten sind nicht-mythische und fiktive Erzählungen über sprechende Tiere, übernatürliche Wesen und bösartige Wesen, die unglückliche Opfer verfolgen und verschlingen. Zusätzlich zu den traditionellen Erzählungen präsentiert Xurt'an viele Lieder, von denen behauptet wird, dass sie vom Herrn des Mais empfangen wurden, magische Zaubersprüche, die die Kräfte der natürlichen Welt beschwören, Anrufungen an die Götter, um zu heilen und zu schützen, und Arbeitslieder der lakandonischen Frauen, deren Beitrag zur lakandonischen Kultur von der Wissenschaft bisher übersehen wurde. Die Lieder der Frauen bieten einen seltenen Einblick in die andere Hälfte der lakandonischen Gesellschaft und in die mühsame Arbeit der Frauen, die die Religion aufrechterhielt. Die Zusammenstellung schließt mit Beschreibungen von Regenbögen, der Milchstraße als „weißer Weg unseres Herrn“ und einem Bericht über die Sonnenwenden.
Transkribiert und übersetzt von einem der führenden Linguisten der nordlakandonischen Sprache, sind die literarischen Traditionen der Lakandonen endlich auch für englische Leser zugänglich. Das Ergebnis ist eine meisterhafte und maßgebliche Sammlung mündlich überlieferter Literatur, die sowohl unterhalten als auch provozieren wird und gleichzeitig ein lebendiges Zeugnis für die Kraft des ästhetischen Ausdrucks der lakandonischen Maya darstellt.