
Yad l'Yedinitz; memorial book for the Jewish community of Yedintzi, Bessarabia
Yedinitz, Bessarabien, war im Vergleich zu dem Ort, an dem wir heute leben, ein kleines Schtetl. Doch für uns war es eine Stadt. Ich kann noch immer die Straßen und kleinen Gassen sehen. Hier ist der kleine Marktplatz, der Torhovitse, wie wir ihn nannten, wo der Bauernmarkt stattfand. In der Mitte befand sich die Kirche, deren Glocken, wann immer sie läuteten, ein Gefühl der Angst in mir auslösten. Ein paar Straßen weiter befand sich die 'Patchova', eine Straße, in der man einfach spazieren ging, in der man sich mit seinen Freunden unterhalten konnte, in der man mit Andersdenkenden diskutierte und stritt und in der sich junge verliebte Paare trafen. Diese Hauptstraße, die mehr als einen Kilometer lang war, hatte alles. Hier waren sowohl kleine als auch große Getreidehändler zu finden. Hier waren die Werkstätten von Schmieden, Fassmachern, Zimmerleuten, Kürschnern und anderen Handwerkern zu finden.
Hier gab es kleine Stände und alle Arten von Geschäften und Läden. Es gab ein Badehaus, ein Armenhaus, eine große Synagoge und die Hauptstraße, die vor und hinter dem Marktplatz verlief. Pforten. Eine Schneiderstraße und eine Zigeunerstraße. In Yedinitz lebten angesehene Juden, Kaufleute, Ladenbesitzer, Handwerker und einfache Arbeiter. Jüdische Kaufleute und Juden auf dem Marktplatz, die Käse, Molke und Honig verkauften. Es gab Getreidehändler, Geldverleiher, Geschäftsinhaber und zahlreiche arme Menschen. Es gab Ärzte und Feldscher (Sanitäter) im Schtetl.
(Auszug aus In Our Shtetl We Had... von Gedalye Gruzman).
Das Gedenkbuch von Yedinitz, das über einen Zeitraum von 20 Jahren zusammengestellt wurde, wurde von Überlebenden und Landsleuten verfasst und liegt nun endlich in einer englischen Übersetzung vor. Diese Stimmen sprechen zu uns aus der Vergangenheit und berichten anschaulich über das Leben und die Zerstörung einer einst pulsierenden jüdischen Gemeinde.