
Yumeji Modern: Designing the Everyday in Twentieth-Century Japan
Der äußerst populäre japanische Künstler Takehisa Yumeji (1884-1934) ist eine emblematische Figur des sich rasch wandelnden kulturellen Milieus Japans zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.
Zu seinen grafischen Werken gehören linke und Antikriegs-Illustrationen in sozialistischen Bulletins, erschütternde Darstellungen von Tokio nach dem großen Kantō-Erdbeben von 1923 und modische Bilder schöner Frauen - als "Schönheiten im Yumeji-Stil" bezeichnet - in Büchern und Zeitschriften, die sich an eine neue Zielgruppe junger Frauen richteten. Yumeji spielte auch eine Schlüsselrolle bei der Neuerfindung des Holzschnitts.
Mit der Verbreitung seiner Kunst und seiner Entwürfe in den japanischen Massenmedien wurde Yumeji zu einer erkennbaren Marke. In der ersten umfassenden englischsprachigen Studie über Yumejis Werk untersucht Nozomi Naoi die Rolle des Künstlers bei der Gestaltung der modernen japanischen Identität. Yumeji Modern behandelt sein Schaffen vom Beginn seiner Karriere im Jahr 1905 bis zu den 1920er Jahren, als seine Produktivität ihren Höhepunkt erreichte, und stellt zum ersten Mal in englischer Übersetzung eine umfangreiche Sammlung von Yumejis Texten vor, darunter Tagebucheinträge, Gedichte, Essays und Kommentare sowie seine Illustrationen.
Naoi verortet Yumejis Grafik in der aufkommenden Medienlandschaft der 1900er bis 1910er Jahre, als neue Formen der reprografischen Kommunikation dazu beitrugen, neue Räume der visuellen Kultur und der Bildzirkulation zu schaffen. Yumejis Vermächtnis und seine heutige Anhängerschaft verweisen auf die weiterreichenden, anhaltenden Auswirkungen seines Werks auf die kommerzielle Kunst, die visuelle Kultur und die Printmedien.