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Signs of Grace: Religion and American Art in the Gilded Age
Religiöse Bilder waren im amerikanischen Leben des späten 19. Jahrhunderts allgegenwärtig: Kaufhäuser, Schulbücher, Postkarten und populäre Zeitschriften enthielten alle Elemente der christlichen visuellen Kultur.
Solche Bilder waren jedoch nicht auf kommerzielle und religiöse Artefakte beschränkt, sondern fanden auch ihren Weg in die zeitgenössische bildende Kunst. In Signs of Grace wirft Kristin Schwain einen neuen Blick auf das explizit religiöse Werk von vier prominenten Künstlern aus dieser Zeit - Thomas Eakins, F. Holland Day, Abbott Handerson Thayer und Henry Ossawa Tanner - und argumentiert, dass Kunst und Religion in der amerikanischen Kultur analoge Funktionen erfüllten.
Diese Kunstwerke, die die Anliegen und Werte der Amerikaner der Jahrhundertwende voll zum Ausdruck brachten, stellten religiöse Figuren dar und ermutigten die Betrachter, sich mit ihnen zu verbinden. Schwain beschreibt, wie diese Künstler auf ihren religiösen Glauben und ihre religiösen Praktiken zurückgriffen und wie die Betrachter in der Kunst eine transzendente Erfahrung suchten, und erforscht, wie eine moderne Auffassung des Glaubens als individuelle Beziehung zum Göttlichen diese geheiligte Beziehung zwischen Kunst und Betrachter ermöglichte.
Diese Betonung der inneren und subjektiven Erfahrung von Religion verstärkte die Bemühungen der Künstler, die Betrachter persönlich mit den Kunstwerken in Kontakt zu bringen; wie könnte man die Aufmerksamkeit des Betrachters besser binden als mit dem Versprechen der Erlösung? Schwain zeigt, dass diese neuen visuellen Praktiken zwar die individuelle Begegnung mit Kunstobjekten betonten, aber auch tiefgreifende soziale Auswirkungen hatten.
Indem sie Veränderungen im religiösen Glauben verhandelten - indem sie den Glauben auf eine neue, besonders amerikanische Art und Weise ästhetisierten - trugen diese Praktiken zu sich entwickelnden Debatten über Kunst, Ethnizität, Sexualität und Geschlecht bei.