
Signs of Dissent: Maryse Cond and Postcolonial Criticism
Maryse Conde ist eine guadeloupeanische Schriftstellerin und Kritikerin, deren Werk die Kategorien Ethnie, Sprache, Geschlecht und Geografie, die die zeitgenössischen literarischen und kritischen Debatten bestimmen, in Frage gestellt hat. In Signs of Dissent, der ersten umfassenden Studie über Conde in englischer Sprache, stellt Dawn Fulton das Werk dieser preisgekrönten Autorin in den Kontext aktueller Theorien zur kulturellen Identität, um Condes einzigartige Beiträge zu diesen Diskussionen in den Vordergrund zu stellen.
Fulton stellt einen Dialog zwischen Condes Romanen und dem Feld der postkolonialen Studien her und argumentiert, dass Conde in ihren Romanen eine Strategie der "kritischen Inkorporationen" anwendet, indem sie viele der vorherrschenden Narrative der postkolonialen Theorie imitiert und transformiert, um deren theoretische und konzeptionelle Grenzen auszuloten. Indem sie die einfache Klassifizierung ihres Werks als "karibisch", "afrikanisch" oder "feministisch" ablehnt, hat sich Conde den Ruf einer Ikonoklastin erworben.
Fulton vertritt jedoch die Ansicht, dass sich hinter diesem öffentlichen Bild der Provokation eine scharfsinnige Reflexion über die Lasten der Repräsentation verbirgt, die nicht-westlichen Schriftstellern auferlegt werden, und dass Condes Romane die Art und Weise aufzeigen, wie postkoloniale Kritik an der Konstruktion solcher Lasten mitschuldig sein kann, selbst wenn sie sie in Frage stellt. Signs of Dissent bietet eine der bisher umfassendsten Bewertungen von Condes literarischem Schaffen und beleuchtet seine außergewöhnliche Rolle bei der Gestaltung eines Dialogs zwischen frankophonen Studien und dem englisch dominierten Feld des Postkolonialismus.