
Showing and Telling: Film heritage institutes and their performance of public accountability
Showing and Telling ist die erste wissenschaftliche Arbeit, die untersucht, wie öffentlich geförderte Filmerbe-Institute ihrem Auftrag in ihren öffentlichen Aktivitäten Rechnung tragen. Dazu werden öffentliche Präsentationen und Besucherinformationen über diese Präsentationen untersucht und ausgewertet. Die Untersuchung erfolgte durch die Gegenüberstellung zweier sich ergänzender Ansätze. Der erste basiert auf den Erfahrungen der Autorin als Sammlungsforscherin und Kuratorin und verdeutlicht den Reichtum von Archivobjekten, die normalerweise aufgrund ihrer mangelnden ästhetischen Qualitäten ignoriert werden. Der zweite ist eine Erhebung der öffentlichen Aktivitäten von 24 Instituten weltweit auf der Grundlage ihrer Websites im Februar 2014; letztere stellt eine einzigartige Quelle dar.
Diese originelle Arbeit deckt die Diskrepanz zwischen den kuratorischen Aktivitäten dieser Institute und ihren Aufträgen auf. Ein zentrales Ergebnis ist, dass öffentlich finanzierte Institute für das Filmerbe ihrem Publikum ein unzureichendes Gefühl für die Filmgeschichte vermitteln. Im Großen und Ganzen bieten sie ein auf den Mainstream ausgerichtetes Vorführungsrepertoire, das überwiegend aus Spielfilmen besteht; sie zeigen einen unverhältnismäßig hohen Anteil an neueren und neuen Werken, die häufig über den kommerziellen Vertrieb vertrieben werden; ihre Vorführungen bestehen aus einem unerklärlichen Sammelsurium technologischer Formate (die manchmal minderwertig sind); und ihre Präsentationen stellen den Film eintönig als Kunst dar, obwohl ihre erklärte Ästhetik meist cinephiler Natur ist und auf einer anerkannten Meinung beruht. Spezifisches Material, insbesondere das frühe Kino, und Fachwissen, sowohl historisch als auch methodisch, sind weitgehend auf ihr Netzwerk von Gleichgesinnten beschränkt. Die Weitergabe des gesamten Wissens in Wort und Bild an die Öffentlichkeit ist kein großes Anliegen.
Showing and Telling schließt mit Empfehlungen für die kuratorische Arbeit. Erstens mit einem konzeptionellen Apparat, der ein umfassenderes Verständnis des Filmerbes und seiner Geschichte ermöglicht. Zweitens mit einem Plädoyer dafür, die Gatekeeper-Funktion der Institute zu überdenken und vielfältigere, fantasievollere und informativere öffentliche Präsentationen zu entwickeln, sowohl vor Ort als auch online, die die Bandbreite ihrer Sammlungen und ihrer Geschichte widerspiegeln.