
Buying Time: Debt and Mobility in the Western Indian Ocean
In Buying Time fasst Thomas F. McDow Studien zum Indischen Ozean, zum Nahen Osten und zu Ostafrika sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte zusammen, um zu erklären, wie im neunzehnten Jahrhundert Kredit, Mobilität und Verwandtschaft eine riesige, miteinander verbundene Region des Indischen Ozeans zusammenhielten. Dieser pulsierende und enorm einflussreiche Landstrich erstreckte sich von den Wüstenrändern Arabiens über Sansibar und die Suaheli-Küste bis hin zur Wasserscheide des Kongo-Flusses.
In dem halben Jahrhundert vor der europäischen Kolonialisierung nutzten Afrikaner und Araber von der Küste und aus dem Hinterland die neu entdeckten Kreditquellen, um nach Möglichkeiten zu suchen, neue Außenposten an fernen Orten zu errichten und Familien in einer sich schnell verändernden Wirtschaft zu ernähren. Sie nutzten temporäre Strategien, um der Dürre in Oman zu entkommen, sich Elfenbeinkarawanen im afrikanischen Hinterland anzuschließen und neue Siedlungen zu errichten.
Der Schlüssel zu McDows Analyse ist eine bisher nicht untersuchte Sammlung arabischer Geschäftsurkunden, die komplexe Variationen der Finanztransaktionen aufzeigen, die der Handelswirtschaft in der Region zugrunde lagen. Die Dokumente listen Namen, Genealogien, Status und Clan-Namen einer Vielzahl von Menschen auf - Afrikaner, Inder und Araber, Männer und Frauen, Freie und Sklaven - die Eigentum kauften, verkauften und verpfändeten. Durch die beispiellose Verwendung dieser Quellen verlagert McDow die historische Analyse des Indischen Ozeans über die angeschlossenen Hafenstädte hinaus, um die Rolle der bisher unsichtbaren Menschen zu enthüllen.