
Contemporary French Poetry: Towards a Minor Poetics
In den letzten vierzig Jahren befand sich die zeitgenössische französische Poesie in einer Krise.
Totgesagt - oder schlimmer noch, irrelevant - hat sie versucht, ihren Wert neu zu behaupten, ihre gegenwärtige Besonderheit zu definieren und ihren Unterschied zu den poetischen Praktiken der Vergangenheit abzugrenzen. Doch was sind die bestimmenden Konturen der Poesie heute, angesichts der schieren Vielfalt der Praktiken, die das zeitgenössische Feld ausmachen? Daisy Sainsbury stützt sich auf Gilles Deleuze und Félix Guattaris Diskussion über die minor literature, die das Verhältnis zwischen Literatur, Sprache und Macht untersucht, und argumentiert, dass ein verbindendes Merkmal das Vorhandensein einer „minor poetics“ ist.
Anhand der Lektüre dreier bedeutender Dichter - Dominique Fourcade, Olivier Cadiot und Christophe Tarkos - untersucht sie, wie diese drei aufeinanderfolgenden Generationen sprachlich experimenteller Dichter sowohl literarische als auch nicht-literarische Diskurse stören, indem sie das Große zum Kleinen machen und dabei das politische Potenzial der poetischen Sprache neu definieren.