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To Her Credit: Women, Finance, and the Law in Eighteenth-Century New England Cities
Im kolonialen Boston und Newport waren persönliche Kreditbeziehungen ein Eckpfeiler der wirtschaftlichen Netzwerke. Im Laufe des 18. Jahrhunderts beschleunigte sich der Austausch auf dem Markt, und Schuldenfälle füllten die Gerichtskassen der Bezirksgerichte, die für die Durchsetzung finanzieller Verpflichtungen immer wichtiger wurden. Gleichzeitig zogen Seefahrt und Militärdienst Männer von zu Hause weg, von denen einige nie mehr zurückkehrten. Die Abwesenheit männlicher Haushaltsvorstände in dieser Zeit des wirtschaftlichen Wandels zwang die Neuengländer, eine drängende Frage zu klären: Wer würde die daraus resultierenden finanziellen Beziehungen aufbauen und verwalten?
In To Her Credit deckt Sara T. Damiano die zentrale Rolle auf, die freie Frauen in den miteinander verknüpften Welten der Finanzen und des Rechts im 18. Mit dem Schwerpunkt auf dem Alltagsleben in Boston, Massachusetts, und Newport, Rhode Island - zwei der geschäftigsten Hafenstädte dieser Zeit - argumentiert Damiano, dass die qualifizierte Arbeit der Kolonialfrauen das Wachstum der Atlantikhäfen und ihrer Rechtssysteme aktiv förderte. Durch die Auswertung umfangreicher Gerichtsakten zeigt Damiano, dass verheiratete und unverheiratete Frauen aller Gesellschaftsschichten neue Wege durch die Komplexität von Krediten und Schulden bahnten und Kreditnetzwerke inmitten demografischer und wirtschaftlicher Turbulenzen stabilisierten. Im Gegenzug mobilisierten die städtischen Frauen ausgefeilte Fähigkeiten und Strategien als Kreditnehmerinnen, Kreditgeberinnen, Prozessparteien und Zeuginnen.
Das Buch hebt die oft verkannte Formbarkeit der frühen amerikanischen Sozialhierarchien hervor und zeigt, wie die Verschuldung die Verletzlichkeit von Frauen verstärkte, während die Rolle als Gläubigerin, Klientin oder Zeugin Frauen in die Lage versetzte, erhebliche Macht über Männer auszuüben. Jahrhunderts begann die Klassendifferenzierung, das Finanzwesen und das Recht als männliche Bereiche zu kennzeichnen, wodurch der Beitrag der Frauen zu eben diesen Institutionen, die sie mitgestaltet hatten, in den Hintergrund trat. To Her Credit ist das erste Buch, das die zentrale Rolle der Frauenarbeit in den persönlichen Kreditbeziehungen des 18. Jahrhunderts systematisch rekonstruiert und ein aufschlussreiches Werk für Wirtschaftshistoriker, Rechtshistoriker und alle, die an der frühen Geschichte Neuenglands interessiert sind.