
Restraint of the Press in England, 1660-1715: The Communication of Sin
Dieses Buch stellt die Vorstellung in Frage, dass der Verlust der Vorveröffentlichungslizenz im Jahr 1695 eine freie Presse auf eine ahnungslose politische Klasse losließ und England auf den Weg in die Moderne brachte. England bewegte sich nicht von einer Position der vollständigen Kontrolle der Presse zu einer Position der vollständigen Freiheit.
Vielmehr ging es von der Zensur vor der Veröffentlichung zur Zurückhaltung nach der Veröffentlichung über. Politische und religiöse Autoritäten und ihre Vertreter gestalteten und manipulierten weiterhin Informationen. Autoren, Drucker, Verleger und Buchagenten wurden ständig schikaniert.
Der Buchhandel reagierte mit Selbstzensur. In Zeiten politischer Ruhe verfolgten Regierung und Buchhandel gemeinsam eine Politik der Überwachung statt der Bestrafung.
The Restraint of the Press in England problematisiert die Vorstellung von der Geburt der Moderne, von der viele prominente Wissenschaftler behaupten, dass sie am Übergang vom siebzehnten zum achtzehnten Jahrhundert stattfand. Aus dieser Studie geht nicht hervor, dass es einen stetigen Übergang zu Liberalismus, Demokratie oder Modernität gab.
Vielmehr war England nach 1695 eine religiös und politisch zersplitterte Gesellschaft, in der sich Vorstellungen von der Souveränität des Volkes und der Macht der öffentlichen Meinung durchsetzten und umstritten waren.