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Between the Streets and the Assembly: Social Movements, Political Parties, and Democracy in Korea
Die Straßen in Korea sind selten ruhig, ohne dass es vorher zu einer öffentlichen Demonstration kommt, und die koreanischen Bürger sind als erfahrene Demonstranten bekannt, die den Kurs der nationalen Politik mitbestimmen. Between the Streets and the Assembly (Zwischen den Straßen und der Versammlung) untersucht, wie Protestbewegungen zur wichtigsten Form der demokratischen Politik in Korea geworden sind, im Gegensatz zu den politischen Parteien in der Nationalversammlung, die in Bezug auf parteipolitische Repräsentation und Rechenschaftspflicht zurückgeblieben sind. Um diese politische Dynamik zu entschlüsseln, folgt das Buch drei Gruppen von Demokratieaktivisten, die aus dem Widerstand gegen die Militärdiktaturen entstanden sind, aber unterschiedliche Methoden der demokratischen Repräsentation im postautoritären Korea (1987-2020) verfolgten. Eine Gruppe blieb in der Zivilgesellschaft und organisierte kraftvolle Proteste außerhalb der formalen Institutionen; eine andere Gruppe entschied sich, bestehenden Parteien beizutreten, um die Politik der Legislative zu reformieren; und die dritte Gruppe widmete sich der Gründung eigenständiger progressiver Parteien, um eine transformative Agenda umzusetzen. Durch die Analyse der interaktiven Entwicklung dieser drei Formen der demokratischen Repräsentation kommt Yoonkyung Lee zu dem Ergebnis, dass Organisationen sozialer Bewegungen bei der Schaffung von Koordinationsinfrastrukturen für kollektives Handeln effektiver waren als Aktivisten, die zu Politikern in zentristischen oder progressiven Parteien wurden.
Durch die Organisation nationaler Solidaritätsnetzwerke, die Innovation der Methoden von Massendemonstrationen und die Nutzung von Fachwissen zur Formulierung politischer Alternativen haben koreanische Bürgergruppen die Fähigkeit entwickelt, den Kurs der nationalen Politik direkt zu gestalten und zu verändern - im Gegensatz zu Aktivisten, die zu Politikern wurden und ohne gemeinsame politische Programme gespalten blieben.
In dieser Studie wird behauptet, dass Organisationen sozialer Bewegungen und politische Parteien unterschiedliche Fähigkeiten zur demokratischen Repräsentation entwickeln, die von koevolutionären Interaktionen miteinander abhängen. Die Erfahrung der koreanischen Demokratie zeigt, dass soziale Bewegungsgruppen ein mächtiger Akteur der nationalen Politik sein können, entgegen der wissenschaftlichen Annahme, die Bürgervereinigungen als eng fokussierte, flüchtige Organisationen betrachtet. Zwischen den Straßen und der Versammlung schlägt eine andere Möglichkeit des politischen Prozesses vor, in der Bürgergruppen und partizipative Bürger, nicht politische Parteien, die Haupttriebkräfte demokratischer Politik sind.