Abraham vor Gericht: Das soziale Erbe des biblischen Mythos

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Abraham vor Gericht: Das soziale Erbe des biblischen Mythos (Carol Delaney)

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Originaltitel:

Abraham on Trial: The Social Legacy of Biblical Myth

Inhalt des Buches:

Abraham on Trial hinterfragt die Grundlagen des Glaubens, die aus der Bereitschaft, ein Kind zu opfern, eine Tugend gemacht haben. Durch seinen Wunsch, Gott um jeden Preis zu gehorchen, selbst wenn dies bedeutete, seinen Sohn zu opfern, wurde Abraham für die großen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam zum endgültigen Vorbild des Glaubens. In diesem kühnen Blick auf das Erbe dieser biblischen und koranischen Geschichte untersucht Carol Delaney, wie die Opferung und nicht der Schutz von Kindern in den Mittelpunkt des Glaubens gerückt wurde, bis zu dem Punkt, an dem der Missbrauch und Verrat von Kindern heute weit verbreitet und manchmal institutionalisiert ist. Ihre auffallend originelle Analyse bietet auch eine neue Perspektive auf das, was die Völker der von Abraham abgeleiteten Geschwisterreligionen eint und trennt, und implizit auch einen Weg zur Überwindung der zunehmenden Gewalt zwischen ihnen.

Delaney untersucht kritisch Belege aus jüdischen, christlichen und muslimischen Interpretationen, aus der Archäologie und der Freud'schen Theorie sowie einen aktuellen Prozess, in dem ein Vater sein Kind im Gehorsam gegenüber Gottes Stimme opferte, und zeigt, wie die Bedeutung von Abrahams Geschichte mit einer spezifischen Vorstellung von Vaterschaft verbunden ist. Die Vorrangstellung des Vaters (die Teil der Bedeutung des Namens Abraham ist) ergibt sich aus der immer noch gültigen Theorie der Zeugung, in der der Mensch das Leben durch seinen "Samen" weitergibt, ein Bild, das die generative, schöpferische Kraft umfasst, die den Menschen symbolisch mit Gott verbindet. Die Glaubensgemeinschaften streiten unaufhörlich darüber, wer der wahre Same Abrahams ist, wer das Erbe beanspruchen kann, aber bis jetzt hat niemand gefragt, was dieser Same ist.

Verwandtschafts- und Herkunftsmythen, die kulturelle Konstruktion von Vater- und Mutterschaft, der Verdacht auf tatsächliche Kinderopfer in der Antike und eine erneute Betrachtung von Freuds Ödipuskomplex tragen alle zu Delaneys bemerkenswert reichhaltiger Diskussion bei. Sie zeigt, wie die Geschichte Abrahams eine hierarchische Autoritätsstruktur, eine bestimmte Form der Familie, Definitionen von Geschlecht und den Wert von Gehorsam legitimiert, die zum Fundament der Gesellschaft geworden sind. Die Frage, die sie uns stellt, ist, ob wir diese Geschichte und die Lektionen, die sie uns lehrt, aufrechterhalten sollten.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780691070506
Autor:
Verlag:
Einband:Taschenbuch
Erscheinungsjahr:2000
Seitenzahl:352

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