Bewertung:

Das Buch bietet eine nuancierte und gut recherchierte Perspektive auf Christoph Kolumbus und widerlegt viele populäre Missverständnisse über seinen Charakter und seine Taten. Es ordnet Kolumbus in den historischen und kulturellen Kontext seiner Zeit ein und stellt ihn als eine komplexe Figur dar, die durch eine Mischung aus religiösem Eifer und dem Wunsch nach Entdeckung motiviert war. Einige Leser sind jedoch der Meinung, dass der Autor bestimmte Aspekte von Kolumbus' Glauben und deren Auswirkungen nicht angemessen behandelt.
Vorteile:⬤ Gut recherchiert und gründlich dokumentiert
⬤ bietet eine neue Perspektive auf Kolumbus als eine sympathischere Figur
⬤ geht effektiv auf den historischen Kontext ein
⬤ fesselnder Schreibstil, der sich wie ein Roman liest
⬤ bietet wertvolle Einblicke in Kolumbus' Motivationen und Charakter
⬤ wirkt modernen revisionistischen Erzählungen entgegen.
⬤ Einige Leser sind der Meinung, dass das Buch die religiösen Aspekte von Kolumbus' Glauben und deren Relevanz nicht vollständig erforscht
⬤ einige finden die mittleren Abschnitte des Buches langweilig
⬤ der Eindruck, dass der Autor voreingenommen ist, insbesondere in Bezug auf die religiösen Ansichten
⬤ einige Kritiken deuten darauf hin, dass es dem Buch an der Tiefe fehlt, die man von professionellen Historikern erwartet.
(basierend auf 61 Leserbewertungen)
Columbus and the Quest for Jerusalem: How Religion Drove the Voyages That Led to America
Eines der 100 besten Bücher des Jahres“ -- The Times Literary Supplement
Christoph Kolumbus wird neu bewertet als ein Mann von großer Leidenschaft, Geduld und religiöser Überzeugung - auf einer Mission, Jerusalem vor dem Islam zu retten.
Fünfhundert Jahre nachdem er in See gestochen ist, ist Kolumbus immer noch eine umstrittene Figur der Geschichte. In den Debatten wird er entweder als Held im großen Entdeckungsdrama oder als gieriger Ruhmesjäger und rücksichtsloser Zerstörer der einheimischen Kulturen dargestellt. In Columbus and the Quest for Jerusalem (Kolumbus und die Suche nach Jerusalem) bietet Carol Delaney eine radikal neue Interpretation des Mannes und seiner Mission und behauptet, dass die wahre Motivation für seine Reisen immer noch weitgehend unbekannt ist.
Delaney argumentiert, dass Kolumbus inspiriert war, eine westliche Route in den Orient zu finden, nicht nur, um riesige Summen Gold für die spanische Krone zu erhalten, sondern vor allem, um einen neuen Kreuzzug zu finanzieren, um Jerusalem vor dem Ende der Welt von den Muslimen einzunehmen - ein Ziel, das ihn bis zu seinem Todestag antrieb. Auf der Grundlage von oft ignorierten Quellen, von denen einige von Kolumbus' eigener Hand stammen, stellt Delaney ihren Protagonisten als aufmerksamen Dolmetscher der Kulturen der Eingeborenen dar, denen er und seine Männer begegneten, und erzählt die tragische Geschichte, wie seine anfänglichen Versuche, gute Beziehungen zu den Eingeborenen aufzubauen, in die Hose gingen. Die Darstellung von Kolumbus im Kontext seiner Zeit und nicht durch das Prisma heutiger Perspektiven auf koloniale Eroberungen zeigt einen Mann, der weder ein gieriger Imperialist noch ein quixotischer Abenteurer war, sondern ein Mann, der von einer anhaltenden religiösen Leidenschaft angetrieben wurde. Kolumbus und die Suche nach Jerusalem ist keine apologetische Betrachtung, sondern eine klare, zum Nachdenken anregende und zeitgemäße Neubewertung des Mannes und seines Vermächtnisses.