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Abstractions and Embodiments: New Histories of Computing and Society
Spitzenhistoriker erforschen Ideen, Gemeinschaften und Technologien rund um das moderne Computerwesen, um zu untersuchen, wie Computer soziale Beziehungen vermitteln.
Je nach historischer Definition des Menschseins werden Computer sowohl als Spiegel des menschlichen Geistes als auch als ein irreduzibler Anderer betrachtet, gegen den der Mensch definiert wird. Sie können sowohl der Befreiung als auch der Kontrolle dienen, da die Freiheit einiger Menschen historisch gesehen auf der Kontrolle anderer beruht. Historiker der Informatik kommen immer wieder auf diese Widersprüche zurück, da sie oft tiefere Strukturen offenbaren.
Unter Verwendung der beiden Rahmenwerke Abstraktion und Verkörperung, einer Neuformulierung der alten Geist-Körper-Dichotomie, untersucht dieser Sammelband, wie soziale Beziehungen im und durch das Computerwesen hergestellt werden. Die Autoren, die sich mit dem Thema Abstraktion beschäftigen, greifen zentrale Begriffe der Informatik auf, darunter Algorithmus, Programm, Klon und Risiko. Dabei zeigen sie, wie die Bedeutungen dieser Begriffe Machtverhältnisse und soziale Identitäten widerspiegeln. Der Abschnitt über Verkörperungen konzentriert sich auf die sensorischen Aspekte der Computernutzung sowie auf die Art und Weise, wie Geschlecht, Rasse und andere Identitäten die Möglichkeiten und verkörperten Erfahrungen von Computerarbeitern und -nutzern geprägt haben. Das Buch bietet eine reiche und vielfältige Auswahl an Studien in neuen Bereichen und erforscht so unterschiedliche Themen wie Behinderung, den Einfluss der Punk-Bewegung, arbeitende Mütter als technische Innovatoren und Gaming hinter dem Eisernen Vorhang.
Abstractions and Embodiments stellt die Geschichte des Computers neu dar, indem es kanonische Interpretationen in Frage stellt, neue Akteure und Kontexte in den Vordergrund stellt und vernachlässigte Aspekte des Computers als verkörperte Erfahrung hervorhebt. Das Buch vertritt die These, dass sowohl die Technologie als auch der Körper kulturell geprägt sind und dass es keine klare Unterscheidung zwischen sozialen, intellektuellen und technischen Aspekten des Computers gibt.
Mitwirkende: Janet Abbate, Marc Aidinoff, Troy Kaighin Astarte, Ekaterina Babinsteva, Andr Brock, Maarten Bullynck, Jiahui Chan, Gerardo Con Diaz, Liesbeth De Mol, Stephanie Dick, Kelcey Gibbons, Elyse Graham, Michael J. Halvorson, Mar Hicks, Scott Kushner, Xiaochang Li, Zachary Loeb, Lisa Nakamura, Tiffany Nichols, Laine Nooney, Elizabeth Petrick, Cierra Robson, Hallam Stevens, Jaroslav Svelch.