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Affective Justice: The International Criminal Court and the Pan-Africanist Pushback
Seit seiner Gründung im Jahr 2001 stößt der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) auf den Widerstand verschiedener afrikanischer Staaten und ihrer Führer, die den Gerichtshof als eine neue Iteration kolonialer Gewalt und Kontrolle betrachten.
In Affective Justice (Affektive Gerechtigkeit) untersucht Kamari Maxine Clarke den Widerstand der Afrikanischen Union gegen den ICC, um die Rolle des Affekts bei der Gestaltung von Formen der Gerechtigkeit in der heutigen Zeit zu theoretisieren. Anhand von Feldforschungen in Den Haag, bei der Afrikanischen Union in Addis Abeba, an Schauplätzen der Gewalt nach den Wahlen in Kenia und in den Kreisen von Boko Haram in Nordnigeria formuliert Clarke das Konzept der affektiven Gerechtigkeit - eine emotionale Reaktion auf konkurrierende Interpretationen von Gerechtigkeit -, um nachzuzeichnen, wie sich der Affekt in der Rechtspraxis manifestiert.
Indem sie die Auswirkungen der gesamtafrikanischen Anklagen des IStGH detailliert beschreibt, zeigt sie auf, wie die affektiven Reaktionen darauf die "Objektivität" der Aufgabe des IStGH, die Opfer von Gewalt zu schützen und die Täter zu verfolgen, in Frage stellen. Indem sie die Auswirkungen solcher Fälle analysiert, liefert Clarke eine umfassendere Theorie darüber, wie Menschen artikulieren, was Gerechtigkeit ist, und über welche Mechanismen sie dies tun.