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African American Folk Healing
Bei Nasenbluten eine Silbermünze in den Nacken legen. Ohrenschmerzen mit Süßöltropfen behandeln.
Tragen Sie Pflanzenwurzeln, um sich vor Erkältungen zu schützen. In vielen afroamerikanischen Familien werden diese Praktiken auch heute noch angewandt, sie sind in das Gewebe der schwarzen Kultur eingewoben und werden oft von Frauen weitergegeben. Solche volkstümlichen Praktiken prägen die Vorstellungen von Heilung, die in den afroamerikanischen Gemeinschaften verbreitet sind und auf vielfältige Weise zum Ausdruck kommen, von der Glaubensheilung bis zur Herstellung eines Mojos.
Stephanie Y. Mitchem legt eine faszinierende Studie über afroamerikanische Heilung vor.
Sie beleuchtet eine Vielzahl von volkstümlichen Praktiken und zeichnet deren Entwicklung von der Zeit der Sklaverei bis zu den großen Migrationen nach. Sie untersucht, wie diese Praktiken bis in die Gegenwart fortbestehen und welche Beziehung sie zur alternativen Medizin haben. Anhand von Gesprächen mit schwarzen Amerikanern zeigt sie, wie Kräuter, Zaubersprüche und Rituale die volkstümlichen Heilpraktiken fortführen.
Mitchem zeigt, dass es bei diesen Praktiken nicht einfach nur um Heilung geht, sondern dass sie mit dem Ausdruck des Glaubens verbunden sind. Sie beschreibt Aspekte einer ganzheitlichen Erkenntnistheorie und verweist auf die Unterschiede zwischen afroamerikanischen Ansichten über Wohlbefinden und Krankheit und denen der Kultur der institutionellen Medizin.