Bewertung:

Die Rezensionen des Buches zeigen, dass die Meinungen über die Sichtweise des Autors auf den Vietnamkrieg, insbesondere über die Rolle von Nixon und Kissinger, geteilt sind. Einige Leser schätzen die Einblicke, die sich aus neu veröffentlichten Nixon-Tonbändern ergeben, während andere die vermeintlichen Voreingenommenheiten und Ungenauigkeiten des Autors kritisieren.
Vorteile:Bietet neue Einblicke auf der Grundlage neu veröffentlichter Nixon-Tonbänder; fesselt die Leser mit interessanten Inhalten.
Nachteile:⬤ Wahrgenommene Voreingenommenheit mit einem linksgerichteten Standpunkt
⬤ sachliche Ungenauigkeiten, wie die Erwähnung des Datums der Einberufungslotterie
⬤ Kritik am Verständnis des Autors für den breiteren Kontext des Vietnamkriegs.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Vietnam War Files
Die Art und Weise, wie Richard Nixon und Henry Kissinger ihr öffentliches Versprechen, den Vietnamkrieg zu beenden und den Frieden zu gewinnen, umsetzten, war lange Zeit Gegenstand erbitterter Kontroversen und wurde durch politische Winkelzüge verschleiert. Die jüngste Freigabe von Archivdokumenten auf beiden Seiten des ehemaligen Eisernen Vorhangs und des Bambusvorhangs hat es endlich möglich gemacht, die Wahrheit hinter Nixons und Kissingers Kriegsführung aufzudecken und die Politik und Strategien der Vietnamesen, Sowjets und Chinesen besser zu verstehen.
Jeffrey Kimball hat aus dieser Fundgrube ehemals geheimer Akten mehr als 140 gedruckte Dokumente und aufgezeichnete Gespräche des Weißen Hauses über die Strategie der Nixon-Ära ausgewertet. Die meisten dieser Dokumente wurden noch nie zuvor veröffentlicht, und viele von ihnen liefern stichhaltige Beweise für so langjährige Kontroversen wie die "Verrückten-Theorie" und die Option des "angemessenen Intervalls". Sie zeigen, dass Nixons und Kissingers "Madman"- und "Dtente"-Strategie bis 1970 bei weitem nicht ausreichten, um die Nordvietnamesen zu Zugeständnissen zu bewegen. 1971 hatte die Regierung, wie Kissinger in einem Schlüsseldokument feststellt, beschlossen, die verbleibenden US-Kampftruppen abzuziehen und gleichzeitig "ein gesundes Intervall zu schaffen, in dem sich das Schicksal Südvietnams entfalten kann".
Das neue Beweismaterial deckt eine Reihe von Machenschaften hinter den Kulissen auf - wie Nixons geheimen Nuklearalarm vom Oktober 1969 - und wirft mehr Licht auf Nixons Ziele in Vietnam und seine und Kissingers Strategien der Vietnamisierung, der "China-Karte" und der "Dreiecksdiplomatie". Die Auszüge aus den Dokumenten enthüllen auch wichtige neue Informationen über den Zweck der Linebacker-Bombenangriffe, Nixons Manipulation der Kriegsgefangenenfrage und die Durchführung der Geheimverhandlungen in Paris - sowie über andere wichtige Themen, Ereignisse und Fragen. All diese Themen werden von Kimball wirkungsvoll in Szene gesetzt, wobei die Einleitungen zu jedem Dokument einen aufschlussreichen historischen Kontext liefern.
Aufbauend auf den bahnbrechenden Argumenten seines früheren preisgekrönten Buches Nixon's Vietnam War bietet Kimball den Lesern auch eine prägnante Darstellung der Entwicklung der Strategie der Nixon-Ära und eine kritische Bewertung der historischen Mythen über den Krieg. Die Geschichte, die sich sowohl aus den Dokumenten als auch aus Kimballs kontextuellen Erzählungen ergibt, widerspricht direkt der Version der Ereignisse durch Nixon und Kissinger. Tatsächlich verfolgten sie von Anfang bis Ende keine einheitliche Strategie und gewannen keinen ehrenvollen Frieden.