
Alain Resnais (1922-2014), der zu den innovativsten und einflussreichsten Filmemachern des zwanzigsten Jahrhunderts zählt, hatte ursprünglich nicht vor, Regisseur zu werden.
Er ließ sich als Schauspieler und Cutter ausbilden und durchlief im Laufe seines achtundsechzigjährigen Berufslebens praktisch alle Bereiche des Filmemachens: Er arbeitete als Drehbuchautor, Regieassistent, Kameramann und Kameramann, Koordinator für Spezialeffekte, technischer Berater und sogar als Autor von Quellenmaterial. Von preisgekrönten Dokumentarfilmen wie Van Gogh und Nacht und Nebel bis hin zu den bahnbrechenden Dramen Hiroshima mon amour, Letztes Jahr in Marienbad und Muriel experimentieren Resnais' Filme mit Themen wie Bewusstsein, Erinnerung und Fantasie.
In Abgrenzung zur französischen New-Wave-Bewegung bezeichnete Resnais seine Filme als "anti-illusionistisch" und ließ seine Zuschauer nie vergessen, dass sie ein Kunstwerk sahen. In Alain Resnais: Interviews versammelt die Herausgeberin Lynn A. Higgins einundzwanzig Interviews mit dem Filmemacher, von denen zwölf zum ersten Mal ins Englische übersetzt werden.
Der Band beleuchtet Resnais' kreative Strategien und Prinzipien, beleuchtet seinen Platz in der Geschichte des Weltkinos und ordnet sein Werk in die New Wave, den amerikanischen Film und das experimentelle Filmemachen im Allgemeinen ein. Wie seine Filme offenbaren auch die hier versammelten Interviews einen Schöpfer, der zugleich Intellektueller, Philosoph, Entertainer, Handwerker und Künstler ist.