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Bertrand Tavernier (geb. 1941) gilt weithin als einer der führenden Vertreter einer Generation französischer Filmemacher, die ihre Karriere in den 1970er Jahren im Gefolge der Neuen Welle begannen. In etwas mehr als vierzig Jahren hat er zweiundzwanzig Spielfilme in einem eklektischen Spektrum von Genres gedreht, vom intimen Familienporträt über das historische Drama bis hin zum Neo-Western. Seit seinem Debütfilm L'Horloger de Saint-Paul (1974), der mit dem renommierten Louis-Delluc-Preis ausgezeichnet wurde, erweist sich Tavernier als öffentlicher Intellektueller. Wie seine Filme beschäftigt er sich intensiv mit den drängenden Problemen Frankreichs und der Welt: den Folgen des Krieges, dem Kolonialismus und seinen Nachwirkungen, dem Preis des Heldentums und der Macht der Kunst. Als unersättlicher Cinephile kennt er sich bestens mit dem Weltkino und insbesondere mit dem amerikanischen Film aus. Taverniers Wurzeln liegen in Lyon, der Geburtsstadt des Kinos. Er gründete und leitet das Institut Lumire, das in der Fabrik, in der die Brüder Lumire die ersten Filme drehten, Retrospektiven und ein jährliches Filmfestival veranstaltet.
In dieser Sammlung, die zahlreiche aus dem Französischen übersetzte und zum ersten Mal in englischer Sprache verfügbare Interviews enthält, spricht er über den Verlauf seiner Karriere in der Tradition der Brüder Lumire, deren Ziel es ist, "der Welt die Welt zu zeigen".
Es ist also keine Überraschung, dass ein Interview mit Tavernier ein Genuss ist. Die Interviews in diesem Band, die mit Diskussionen über seine eigenen Filme beginnen, decken ein breites Spektrum an Themen ab. Im Mittelpunkt stehen seine Gedanken darüber, wie das Kino die Fantasie beflügeln und zu einer möglichst breiten öffentlichen Diskussion beitragen kann.