Bewertung:

Die Biografie von Alvar Nunez Cabeza de Vaca bietet einen detaillierten und faszinierenden Bericht über sein Leben und seine Abenteuer in Amerika, wobei der Schwerpunkt auf seinen Erfahrungen während der Narvaez-Expedition, seinen Interaktionen mit indigenen Völkern und seiner Wandlung vom Konquistador zum Verfechter der Rechte der Indianer liegt. Das Buch ist gut recherchiert und bietet aufschlussreiche historische Zusammenhänge, was es zu einer spannenden Lektüre für alle macht, die sich für die frühe Kolonialgeschichte interessieren.
Vorteile:⬤ Gut geschriebene und fesselnde Erzählung
⬤ Detaillierte und gründliche Recherche
⬤ Bietet eine einzigartige Perspektive auf das spanische Kolonialleben und die Beziehungen zu den Indianern
⬤ Präsentiert ein außergewöhnliches Abenteuer
⬤ Positive Darstellung von Cabeza de Vaca als freundliche und respektvolle Figur
⬤ Lesbar und zugänglich
⬤ Enthält interessanten historischen Kontext.
⬤ Einige Leser empfanden den Schreibstil als etwas akademisch
⬤ bestimmte Behauptungen mögen unglaubwürdig oder übermäßig dramatisch erscheinen
⬤ die Erzählung könnte einige Vorkenntnisse des historischen Kontextes erfordern, um sie vollständig zu verstehen.
(basierend auf 10 Leserbewertungen)
Alvar Nunez Cabeza de Vaca: American Trailblazer
Im November 1528, fast ein Jahrhundert vor der Landung der Pilger auf dem Plymouth Rock, erreichten die Überreste einer spanischen Expedition die Golfküste von Texas. Im Juli 1536, acht Jahre später, waren Ivar N ez Cabeza de Vaca (ca. 1490-1559) und drei weitere Überlebende 2.500 Meilen von Texas über Nordmexiko nach Sonora und schließlich nach Mexiko-Stadt gewandert. Cabeza de Vacas Bericht über diese erstaunliche Reise gilt heute als eine der größten Reiseerzählungen aller Zeiten und als ein Prüfstein der Literatur der Neuen Welt. Doch seine Karriere begann und endete nicht mit seiner nordamerikanischen Tortur. Robin Varnums Biografie, der erste einbändige Bericht über das Leben des Entdeckers seit achtzig Jahren, erzählt den Rest der Geschichte.
Während seiner Wanderschaft durch den amerikanischen Südwesten lebte Cabeza de Vaca inmitten verschiedener Indianergruppen und kam mit ihnen in Kontakt. Als er und seine nicht-indianischen Gefährten schließlich im Norden Mexikos wieder auf Spanier trafen, musste er mit Entsetzen feststellen, dass seine Landsleute dort Indianer versklavten. In seinem Relaci n (1542) sprach er sich dafür aus, im Umgang mit den Ureinwohnern der Neuen Welt Freundlichkeit und Fairness anstelle von Gewalt anzuwenden. Cabeza de Vaca diente anschließend als Gouverneur der spanischen Provinz R o de La Plata in Südamerika (ungefähr das heutige Paraguay). Als loyaler Untertan des spanischen Königs unterstützte er das koloniale Unternehmen und glaubte an die Christianisierung der Indianer, setzte sich aber stets für die Rechte der Ureinwohner ein. In R o de La Plata versuchte er, seine Männer davon abzuhalten, die Indianer zu berauben, zu versklaven oder sexuell auszubeuten - Maßnahmen, die unter den Truppen für Unmut sorgten. Als Cabeza de Vacas Männer meuterten, wurde er in Ketten nach Spanien zurückgeschickt, um sich vor dem Königlichen Rat der Indios zu verantworten.
Jahrhunderts, sowohl in englischer Übersetzung als auch im spanischen Original, verbindet Varnums lebendige Erzählung Augenzeugenberichte von Ereignissen mit historischer Interpretation, die von neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen und archäologischen Untersuchungen profitiert. Als einer der wenigen Spanier seiner Zeit, der die Küsten und das Innere zweier Kontinente erforschte, ist Cabeza de Vaca heute vor allem für seine humane Haltung gegenüber den indianischen Völkern Nordamerikas, Mexikos und Südamerikas und seinen Umgang mit ihnen bekannt.