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Amazonian Routes: Indigenous Mobility and Colonial Communities in Northern Brazil
Dieses Buch rekonstruiert die Welt des Amazonas im 18.
Jahrhundert, um zu zeigen, dass die Mobilität der Eingeborenen weder die Besiedlung noch die Gemeinschaft untergraben hat. Damit revidiert es die lange Zeit vorherrschende Ansicht, dass die Ureinwohner Amazoniens ewige Wanderer waren, denen es an Ortsbindung fehlte und die bei der geringsten Provokation zu fliehen drohten.
Stattdessen nutzten die Ureinwohner Amazoniens sowohl traditionelle als auch neue, koloniale Formen der räumlichen Mobilität, um unter den Zwängen des portugiesischen Kolonialismus dauerhafte Gemeinschaften aufzubauen. Durch Kanufahrten und Trekkingtouren durch das Landesinnere, um Waldprodukte zu sammeln oder mit unabhängigen indigenen Gruppen in Kontakt zu treten, erweiterten die Indianer ihre sozialen Netzwerke, fanden wirtschaftliche Möglichkeiten und brachten neue Menschen und Ressourcen in die kolonialen Dörfer zurück. Wenn sie nicht an diesen staatlich geförderten Expeditionen teilnahmen, wanderten viele Indianer zwischen den kolonialen Siedlungen umher und versuchten, sich als produktive Mitglieder in die von ihnen gewählten Gemeinschaften zu integrieren.
Das Buch stützt sich auf weitgehend unerschlossene Quellen auf Dorfebene und zeigt, dass die mobilen Menschen mit ihren Heimatgemeinden verbunden blieben und sich für den Erhalt ihres Landes und ihrer Güter einsetzten. Dieses Argument ist auch heute noch von Bedeutung, und zwar nicht nur für Wissenschaftler, da ländliche Gemeinschaften im brasilianischen Amazonasgebiet von mächtigen Außenseitern bedroht werden, die argumentieren, dass ihre Mobilität ihre Ansprüche auf ihr Territorium entkräftet.