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Contact Strategies: Histories of Native Autonomy in Brazil
Um das Jahr 1800 kontrollierten unabhängige indigene Gruppen immer noch etwa die Hälfte des amerikanischen Territoriums. Wie konnten sie ihre politische Autonomie und territoriale Souveränität auch noch Hunderte von Jahren nach der Ankunft der Europäer aufrechterhalten? In einer Studie, die das 18.
bis 20. Jahrhundert umspannt und sich über das weite Innere Südamerikas erstreckt, untersucht Heather F. Roller diese Geschichte der Macht und des Fortbestands aus der Sicht der autonomen indigenen Völker Brasiliens.
Das zentrale Argument des Buches ist, dass indigene Gruppen bei ihren Kontakten mit der brasilianischen Gesellschaft die Initiative ergriffen. Anstatt zu fliehen oder sich dem Kontakt zu entziehen, versuchten die indigenen Völker aktiv, sich das anzueignen, was für Außenstehende nützlich und wirksam war, und übernahmen neues Wissen, Produkte und sogar Menschen zu ihren eigenen Bedingungen und für ihre eigenen Zwecke.
Gleichzeitig versuchten autonome indigene Gruppen, den Kontakt mit gefährlichen Außenseitern zu kontrollieren, um ihre Gemeinschaften vor Bedrohungen in Form von Krankheiten, Lastern, Zwangsarbeit und Landinvasionen zu schützen. Ihre taktischen Entscheidungen prägten und begrenzten die kolonisatorischen Unternehmungen in Brasilien und zeigten gleichzeitig die Fähigkeit der Ureinwohner, ihre Kultur durch Transformation zu erhalten.
Diese Kontaktstrategien sind im kollektiven Gedächtnis indigener Gruppen bis heute erhalten geblieben und bilden die Grundlage für den Kampf um Überleben und Selbstbestimmung in der Gegenwart.