Bewertung:

Das Buch taucht in die Komplexität des amerikanischen Nationalismus und der Spaltung ein und beleuchtet die Außenpolitik der USA und die Wahrnehmungen anderer Länder. Während einige Leser das Buch als informativ und gut recherchiert empfinden, kritisieren andere die Voreingenommenheit und den Mangel an ausgewogenen Perspektiven.
Vorteile:⬤ Vermittelt ein tiefes Verständnis der amerikanischen Spaltung
⬤ stützt sich auf umfangreiches historisches Wissen
⬤ stellt effektiv Verbindungen her
⬤ wertvolle Einblicke in die US-Außenpolitik
⬤ gilt als Pflichtlektüre für Pädagogen und kritische Denker.
⬤ Wird als zu vereinfachend und voreingenommen wahrgenommen
⬤ es fehlt an Ausgewogenheit und Gegenargumenten zu den Ansichten des Autors
⬤ einige Leser fühlen sich von der Perspektive des Autors beeinflusst oder beleidigt
⬤ wird als in pädagogischer Sprache getarnt, aber letztlich nicht hilfreich beschrieben.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
America Right or Wrong: An Anatomy of American Nationalism
Anatol Lievens America Right or Wrong, das vor über einem halben Jahrzehnt veröffentlicht wurde, ist zu einer klassischen Analyse des besonderen Charakters des amerikanischen Nationalismus geworden. Er zeigte, dass die außenpolitische Reaktion Amerikas auf die Anschläge vom 11. September 2001 direkt aus einer zwei Jahrhunderte alten nationalistischen Tradition hervorgegangen ist. Innerhalb dieses Nationalismus identifizierte Lieven zwei Stränge. Der erste ist die amerikanische These, ein bürgerlicher Nationalismus, der auf den demokratischen Werten des so genannten amerikanischen Glaubensbekenntnisses beruht. Diese Werte gelten als universell, und jeder kann ein Amerikaner werden, indem er sie annimmt. Die andere Tradition, die amerikanische Antithese, ist ein populistischer und oft chauvinistischer Nationalismus, der dazu neigt, Amerika als eine geschlossene nationale Kultur und Zivilisation zu sehen, die von einer feindlichen und barbarischen Außenwelt bedroht wird.
Seit 9/11 hat sich viel verändert. Die amerikanische Öffentlichkeit hat sich im Zuge der Großen Rezession nach innen gewandt, aber interessanterweise bleibt Lievens grundlegende Analyse des amerikanischen Nationalismus kraftvoll und überzeugend. In dieser erweiterten Neuauflage analysiert er eingehend die innenpolitische Komponente sowohl des amerikanischen Credos als auch der amerikanischen Antithese. Die unwahrscheinliche Wahl Barack Obamas zum Präsidenten veranschaulicht gut den ersten Strang. Der Aufstieg der Tea Party als Reaktion auf die Finanzkrise und die Reaktion der Obama-Regierung ist sehr charakteristisch für den zweiten Strang. Lieven konzentriert sich vor allem auf den ausgeprägten amerikanischen Nationalismus der Tea Party, der sich in einer einwanderungsfeindlichen Haltung, im Hass auf Obama und im Widerstand gegen umverteilende Sozialprogramme äußert, die angeblich die Unwürdigen belohnen. Seine Schilderung der Wahl Obamas und der Reaktion der Rechten auf den wirtschaftlichen Zusammenbruch bringt die Geschichte nicht nur in die Gegenwart, sondern zeigt auch den langen Atem der Rechten.
Die eindringliche These des Buches.