Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte und kontextualisierte Analyse des Tschetschenienkonflikts, insbesondere des Krieges von 1994-1996, und beleuchtet die soziopolitischen Auswirkungen in der postsowjetischen Landschaft. Der Leser schätzt die Gründlichkeit und die Einblicke, bemerkt aber auch die Voreingenommenheit und die Komplexität des Buches, das sich möglicherweise nicht für Anfänger eignet.
Vorteile:⬤ Gut geschriebene und gründliche Analyse des Tschetschenien-Konflikts mit tiefem sozio-politischem Kontext
⬤ bietet Einblicke in das Versagen des russischen Militärs und die tschetschenische Kultur
⬤ enthält persönliche Beobachtungen des Autors
⬤ wertvoll für das Verständnis der aktuellen Geopolitik
⬤ empfohlen für Leser, die an detaillierten militärischen und politischen Analysen interessiert sind.
⬤ Wahrgenommene Voreingenommenheit gegenüber Russland bei gleichzeitiger positiver Darstellung der Tschetschenen
⬤ komplex und setzt Vorkenntnisse zum Thema voraus, was es für Anfänger ungeeignet macht
⬤ es fehlt an Karten und klaren kontextuellen Einführungen zu den Schlüsselfiguren
⬤ einige finden es veraltet und ungeeignet für das Verständnis der aktuellen Situation.
(basierend auf 13 Leserbewertungen)
Chechnya: Tombstone of Russian Power
Der Krieg zwischen Russland und den tschetschenischen Separatisten von Dezember 1994 bis August 1996 war ein Schlüsselmoment in der russischen und sogar in der Weltgeschichte und warf ein grelles Licht auf das Ende Russlands als große militärische und imperiale Macht. Anatol Lieven, ein angesehener Schriftsteller und politischer Kommentator, war von 1990 bis 1996 Korrespondent der Londoner Times in der ehemaligen Sowjetunion und wurde für seine Berichterstattung über den Tschetschenienkrieg von der British Press Association ausgezeichnet.
In diesem bedeutenden neuen Geschichts- und Analysewerk stellt Lieven zum ersten Mal die Demütigung Russlands durch eine winzige Gruppe schlecht organisierter Guerillas in einen plausiblen Rahmen. Er bietet sowohl einen fesselnden Augenzeugenbericht über den Krieg selbst als auch eine differenzierte und vielschichtige Erklärung für die russische Niederlage. Er hebt die zahlreichen Unterschiede hervor, in denen sich die russische Gesellschaft und Kultur heute von den vereinfachenden Stereotypen unterscheiden, die in vielen westlichen Analysen immer noch vorherrschen, und erforscht die Gründe für die derzeitige Schwäche des russischen Nationalismus sowohl innerhalb des Landes als auch in der russischen Diaspora.
Im letzten Teil des Buches untersucht Lieven die tschetschenische Tradition und liefert das erste ausführliche anthropologische Porträt dieses außergewöhnlichen Kampfvolkes in englischer Sprache. Mit seiner Darstellung des Charakters der tschetschenischen Nation leistet Lieven einen Beitrag zur anhaltenden Debatte zwischen konstruktivistischen und primordialistischen Theorien über die Ursprünge des Nationalismus und untersucht die Rolle sowohl der historischen Erfahrung als auch der Religion bei der Bildung der nationalen Identität.