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American Roulette: The Social Logic of Death Penalty Sentencing Trials
Während sich die Todesstrafe in vielen Staaten an das Leben klammert und in anderen ausstirbt, nimmt diese erste ethnografische Studie die Leser mit in Kapitalprozesse in den Vereinigten Staaten. Sarah Beth Kaufman stützt sich auf jahrelange ethnografische und dokumentarische Recherchen, darunter Hunderte von Stunden der Beobachtung von Gerichtssälen in sieben Bundesstaaten, Interviews mit Beteiligten und Analysen der Zeitungsberichterstattung, um aufzuzeigen, wie das amerikanische Justizsystem entscheidet, wer die extremste Strafe verdient.
Das „super due process“, das der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten der Verhängung der Todesstrafe zubilligt, ist der beste Versuch des Systems, ein individuelles Urteil zu fällen. In Kapitalprozessen werden Ressourcen wie Geschworene und psychologische Sachverständige benötigt, die in den meisten anderen Bereichen des Strafrechtssystems nicht vorkommen.
Kaufman zeigt, dass Kapitalprozesse letztlich von Leistung und Politik abhängen, was zu tiefgreifenden Vorurteilen und völliger Willkür führt. American Roulette behauptet, dass die liberalen, demokratischen Ideale der strafrechtlichen Bestrafung im gegenwärtigen Strafrechtssystem nicht umgesetzt werden können, auch nicht unter den kontrolliertesten Umständen.