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And Sadly Teach: Teacher Education and Professionalization in American Culture
Um seiner Anklage, dass der Lehrer an öffentlichen Schulen verraten wurde, Nachdruck zu verleihen, und um seiner Anklage gegen das Bildungswesen wegen dieses Verrats Nachdruck zu verleihen, geht Jürgen Herbst zurück zu den Anfängen der Lehrerausbildung in Amerika in den 1830er Jahren und zeichnet ihre Entwicklung bis in die 1920er Jahre nach, als der wesentliche Schaden bereits angerichtet war.
Zunächst wurde versucht, den öffentlichen Schulunterricht zu einem echten Beruf aufzuwerten, doch dieses Ideal wurde nach und nach aufgegeben. An seine Stelle trat mit dem Aufkommen der neu entstehenden pädagogischen Hochschulen in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts die so genannte Professionalisierung des öffentlichen Schulwesens. Auf Kosten der Ausbildung von Grundschullehrern (zumeist Frauen) verlagerte sich das Augenmerk der Lehrerausbilder auf die Ausbildung von pädagogischen „Spezialisten“ (zumeist Männer) - Verwaltungsbeamte, Lehrkräfte an normalen Schulen und Pädagogischen Hochschulen, Lehrer für Erwachsenenbildung und Bildungsforscher.
Letztlich ist And Sadly Teach eine Geschichte der Vernachlässigung des amerikanischen Lehrers an öffentlichen Schulen und endet mit einem Appell und einer Botschaft, die laut und deutlich klingen. Das Plädoyer: dass die aktuellen Reformvorschläge für die amerikanische Lehrerausbildung - der Carnegie- und der Holmes-Bericht - beherzigt werden sollten. Die Botschaft: Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Schulreform liegt in der Ausbildung von Lehrern zu echten Fachleuten und in ihrer Anerkennung als solche in ihren Klassenzimmern.