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Architecture in Global Socialism: Eastern Europe, West Africa, and the Middle East in the Cold War
Wie sozialistische Architekten, Planer und Bauunternehmer gemeinsam an der Urbanisierung und Entwicklung des globalen Südens während der Sowjetära arbeiteten
Während des Kalten Krieges arbeiteten Architekten, Planer und Bauunternehmen aus dem sozialistischen Osteuropa mit denen aus Westafrika und dem Nahen Osten zusammen, um die Entwicklungsländer zu modernisieren. Architecture in Global Socialism zeigt, wie diese Zusammenarbeit fünf Städte im Globalen Süden umgestaltete: Accra, Lagos, Bagdad, Abu Dhabi und Kuwait City.
Lukasz Stanek beschreibt, wie lokale Behörden und Fachleute in diesen Städten auf sowjetische Vorfertigungssysteme, ungarische und polnische Planungsmethoden, jugoslawische und bulgarische Baumaterialien, rumänische und ostdeutsche Standardentwürfe und Arbeiter aus ganz Osteuropa zurückgriffen. Er untersucht, wie der sozialistische Entwicklungspfad in den 1960er Jahren an die tropischen Bedingungen in Ghana angepasst wurde und wie osteuropäische Architekturtraditionen im Nigeria der 1970er Jahre zu neuem Leben erweckt wurden. Er untersucht, wie die Unterschiede zwischen dem sozialistischen Außenhandel und dem entstehenden globalen Baumarkt im Nahen Osten in den letzten Jahrzehnten des Kalten Krieges ausgenutzt wurden. Stanek zeigt, wie diese und andere Praktiken der globalen Zusammenarbeit sozialistischer Länder - die er als sozialistische Weltgestaltung bezeichnet - die Stadtlandschaften in der postkolonialen Welt nachhaltig geprägt haben.
Mit einer umfangreichen Sammlung bisher unveröffentlichter Bilder stützt sich "Architecture in Global Socialism" auf originale Archivrecherchen auf vier Kontinenten und eine Fülle ausführlicher Interviews. Dieses prägnante Buch präsentiert ein neues Verständnis der globalen Urbanisierung und ihrer Architektur durch die Linse des sozialistischen Internationalismus und stellt lang gehegte Vorstellungen über Modernisierung und Entwicklung im globalen Süden in Frage.