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Architecture in Translation: Germany, Turkey, & the Modern House
In Architecture in Translation bietet Esra Akcan eine Möglichkeit, die globale Zirkulation von Kultur zu verstehen, die den Begriff der Übersetzung über die Sprache hinaus auf visuelle Bereiche ausdehnt. Sie zeigt, wie sich die Mitglieder der kemalistischen Führungselite in der Türkei weiter an Europa orientierten, indem sie deutschsprachige Architekten auswählten, die einen Großteil der Gestaltung moderner Städte beaufsichtigten.
Akcan konzentriert sich auf den Zeitraum von den 1920er bis zu den 1950er Jahren und zeichnet die geografische Verbreitung moderner Wohnmodelle nach, darunter die Gartenstadt - die den Schwerpunkt auf Grünflächen legte, die die von Gärten umgebenen Häuserviertel mit geringer Dichte voneinander trennten - und den Massenwohnungsbau, der zunächst für die Bewohner der Arbeiterklasse in den Industriestädten und später allgemein für Bewohner mit gemischtem Einkommen errichtet wurde. Sie zeigt, wie das Konzept der Übersetzung - der Veränderungsprozess, der mit dem Transport von Menschen, Ideen, Technologien, Informationen und Bildern von einem oder mehreren Ländern in ein anderes einhergeht - die Berücksichtigung des soziopolitischen Kontexts und der Handlungsfähigkeit aller am kulturellen Austausch Beteiligten ermöglicht.
Jenseits der unscharfen Konzepte von Hybrid und Transkulturalität und unter Vermeidung passiver Metaphern wie Import, Einfluss oder Transfer bietet Übersetzung einen neuen Ansatz, der für viele Disziplinen relevant ist. Akcan plädiert für ein Engagement für eine neue Kultur der Übersetzbarkeit von unten für eine wirklich kosmopolitische Ethik in einer globalisierten Welt.