
Aristophanes and the Poetics of Surprise
Ziel dieses Buches ist es, die Vielfalt, die Mechanismen und die poetologische Intention des Überraschungseffekts in der aristophanischen Komödie zu untersuchen.
Dabei wird das Phänomen nicht als ein selbstverständliches oder unbefangenes Element der Komödie als Gattung betrachtet, sondern als ein ausgeklügeltes System, das den Stil des jeweiligen Dramatikers charakterisiert. Genauer gesagt analysiert das Buch Aristophanes' markanteste verbale, thematische und theatralische Formen der Überraschung aus einer typologischen Perspektive und interpretiert sie als den Schlüsselbereich, in dem der Dramatiker seine künstlerische Überlegenheit gegenüber konkurrierenden Gattungen und einzelnen Dichtern behauptet und demonstriert.
Im Einklang mit diesem Ziel sind zwei parallele Ziele des Buches, einen originellen Kommentar zu den untersuchten Passagen zu liefern und das Studium moderner Aufführungen zu fördern - eine Praxis, die bisher entweder auf die klassische Rezeption beschränkt war oder nur theoretisch (wenn überhaupt) von der etablierten philologischen Wissenschaft anerkannt wurde. Es handelt sich um ein zeitgemäßes Buch zu einem Thema, das in einer Reihe von ineinandergreifenden Disziplinen von großem Interesse ist: Emotionsforschung, Semiotik, Narratologie, Informationstheorie und - für dieses Buch besonders wichtig - Humorforschung.