
Performing Early Christian Literature
Wissenschaftler, die sich mit der frühchristlichen Literatur befassen, erkennen an, dass den neutestamentlichen Evangelien mündliche Traditionen zugrunde liegen. Während das Konzept der Mündlichkeit weithin akzeptiert ist, hat es nicht zu entsprechenden Bemühungen geführt, die Rezeption der Evangelien innerhalb ihres mündlichen Milieus zu verstehen.
In diesem Buch überdenkt Kelly Iverson den Erfahrungskontext, in dem die frühchristliche Literatur rezipiert und interpretiert wurde. Er argumentiert, dass Lesung und Aufführung unterschiedliche Medienereignisse sind, und dass sie für Leser und Publikum gleichermaßen unterschiedliche Interpretationserfahrungen hervorbringen. Iverson stellt eine Reihe von methodologischen Perspektiven zusammen, um zu zeigen, wie die Aufführung einen einzigartigen Erfahrungskontext schafft, der den Interpretationsprozess formt und informiert.
Iversons Studie erforscht die dynamische mündliche Umgebung, in der das antike Publikum die Geschichten der Evangelien erlebte. Er zeigt, warum ein Verständnis der mündlichen Darbietung wichtige Auswirkungen auf die Erforschung des Neuen Testaments hat und auch auf einige Fragen, die von der Bibelwissenschaft weitgehend unhinterfragt bleiben.