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Gentiles in the Gospel of Mark: 'Even the Dogs Under the Table Eat the Children's Crumbs'
"Diese bahnbrechende Studie argumentiert, dass die Heiden im Markusevangelium Empfänger des Mitgefühls Jesu sind und typischerweise als verzweifelte Menschen dargestellt werden, die Glauben und Verständnis zeigen. Markus' Anordnung der Abfolge heidnischer Episoden ist progressiv und sieht eine theologische Wende im Reich Gottes vor, eine Neupriorisierung in der Verkündigung der Evangeliumsbotschaft, die mit dem Tod Jesu zusammenfällt.
Nach der Aufnahme von Heiden im jüdischen Heimatland (3,7-12) unternimmt der markanische Jesus vier Ausflüge in heidnisches Gebiet. Die erste Reise (5,1-20) ist vorbereitend und öffnet die Tür für den zukünftigen Dienst in heidnischen Gebieten. Jesus reinigt symbolisch das Land und der geheilte Dämon wird zum ersten Missionar unter den Heiden.
Die zweite Reise (6,45-52) endet vorzeitig, als die Jünger die Heidenmission nicht verstehen, was unweigerlich zur dritten Reise führt, in der die Beziehung zwischen Juden, Heiden und dem Reich Gottes in den Mittelpunkt der Erzählung rückt.
Obwohl die Juden an erster Stelle stehen, sind die Heiden nicht vom Reich Gottes ausgeschlossen. Auf der vierten Reise spürt der Leser eine subtile Neupriorisierung des Reiches Gottes, da ein Ereignis auf heidnischem Boden vor seinem parallelen Gegenstück auf jüdischem Boden stattfindet, wodurch ein etabliertes Erzählmuster im Wirken Jesu umgekehrt wird.
Iverson zeigt, wie die theologische Umkehrung an Klarheit gewinnt, wenn sich die Erzählung nach Jerusalem verlagert. Das Zerreißen des Tempelvorhangs markiert den Anbruch einer neuen Ära und verbindet die Themen Tempel und Heiden. Durch die gehorsame Selbsthingabe Jesu wird er zum neuen Tempel, der allen Menschen den universellen Zugang zu Gott ermöglicht.
Die Darstellung des Hauptmanns ist ein erzählerisches Signal, dass das Reich nach dem göttlichen Plan den Heiden übergeben wurde. Die Juden sind nicht ausgeschlossen worden, ebenso wenig wie die Heiden, als Israel zuerst da war. Die theologische Umkehrung bei Markus blickt proleptisch über die Geschichte hinaus auf die Vollendung der Heidenmission durch die Nachfolger Jesu.".