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Performing Oaths in Classical Greek Drama
Eide waren allgegenwärtige Rituale im antiken Athen in den Bereichen Recht, Handel, Gesellschaft und Internationales. Ihre Bedeutung spiegelt sich in der Tatsache wider, dass ein Großteil der überlieferten griechischen Dramen einen formellen Eid vor dem Publikum ablegt.
Dies ist die erste umfassende Studie über dieses Phänomen. Das Buch untersucht, wie der Eid eine dramatische Handlung prägen oder strukturieren kann, indem er Figuren wie Euripides' Hippolytos zu Handlungen zwingt, die ihren besten Interessen zuwiderlaufen. Es wird gezeigt, wie dramatische Eide mit den dem athenischen Publikum vertrauten Eideritualen in Verbindung stehen.
Aristophanes' Lysistrata und ihre Komplizinnen schwören zum Beispiel einen Eid, der Protokolle internationaler Verträge mit dem Gelübde der Priesterinnen auf sexuelle Enthaltsamkeit verbindet. Unter Anwendung der Prinzipien der Sprechakttheorie untersucht dieses Buch, wie die performative Kraft des dramatischen Eids den Status quo widerspiegeln, aber auch Kategorien von Geschlecht, sozialem Status und bürgerlicher Identität auf eine Weise stören kann, die soziale Autorität umverteilt und verwirrt.