Bewertung:

Das Buch ist eine detaillierte ethnografische Studie, die die komplexe Beziehung zwischen Staatsbürgerschaft, Subjektivität und den Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe untersucht, insbesondere durch die Brille der betroffenen Bevölkerung und die Reaktionen der Regierung.
Vorteile:Das Buch ist fesselnd und informativ und bietet eine tiefgreifende Untersuchung relevanter Themen, die das Verständnis des Konzepts des biologischen Bürgers und seiner Implikationen verbessert. Es ist gut recherchiert und wird all jenen empfohlen, die sich für die Überschneidung von Gesundheit, Politik und Katastrophenmanagement interessieren.
Nachteile:Der Text könnte für ein allgemeines Publikum schwierig zu verstehen sein, da er sich an eine akademische Leserschaft richtet, insbesondere an Studenten der Organisationsmedizin. Einige Leser könnten feststellen, dass es keine leichte Lektüre ist und erhebliche Anstrengungen erfordert, um die Ideen vollständig zu erfassen.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Life Exposed: Biological Citizens After Chernobyl
Am 26. April 1986 explodierte der vierte Block des Kernreaktors von Tschernobyl in der damaligen sowjetischen Ukraine.
Mehr als 3,5 Millionen Menschen allein in der Ukraine, ganz zu schweigen von vielen Bürgern der umliegenden Länder, leiden noch immer unter den Folgen. Life Exposed ist das erste Buch, das die schwierigen politischen, wissenschaftlichen und sozialen Umstände, die der Katastrophe folgten, umfassend untersucht. Adriana Petryna verfolgt die Geschichte von der anfänglichen Verheimlichung bis hin zu den postsowjetischen Demokratisierungsversuchen, um die Betroffenen zu entschädigen, und nutzt dabei anthropologische Methoden, um uns in eine Welt zu entführen, deren soziale Realitäten viel unmittelbarer und krasser sind als die von Politikern und Wissenschaftlern beschriebenen.
Sie fragt: Was passiert mit der Politik, wenn Staatsbeamte es versäumen, ihre Mitbürger über reale Bedrohungen des Lebens zu informieren? Welche moralischen und politischen Folgen haben die Maßnahmen, die nach technologischen Katastrophen zur Verfügung stehen? Durch umfangreiche Recherchen in staatlichen Einrichtungen, Kliniken, Labors und mit betroffenen Familien und. Arbeiter der so genannten Zone" zeigt Petryna auf, wie das Ereignis und seine Folgen nicht nur den Kurs einer unabhängigen Nation geprägt haben, sondern auch die Gesundheit zu einem verhandelten Bereich des Anspruchs gemacht haben.
Sie zeichnet die Entstehung einer "biologischen Staatsbürgerschaft" nach, in der Angriffe auf die Gesundheit zu einem Mittel werden, mit dem die Betroffenen Ansprüche auf biomedizinische Ressourcen, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte erheben. Life Exposed bietet einen anthropologischen Rahmen für das Verständnis der Politik aufstrebender Demokratien, der Natur von Staatsbürgerschaftsansprüchen und alltäglicher Formen des Überlebens, die mit den tiefgreifenden Veränderungen, die den Zusammenbruch der Sowjetunion begleiteten, verwoben sind.