Bewertung:

Das Buch „Foreign Aid: Diplomatie, Entwicklung, Innenpolitik“ von Carol Lancaster untersucht die Beweggründe und Ziele der Auslandshilfe anhand von Fallstudien der wichtigsten Geberländer und präsentiert eine gründliche Analyse, die akademische Theorien mit praktischen Erkenntnissen in Einklang bringt. Allerdings wurde das Buch wegen seines dichten Schreibstils und der starken Konzentration auf bilaterale Hilfe bei gleichzeitiger Vernachlässigung multilateraler Hilfssysteme kritisiert.
Vorteile:Das Buch wird für seine umfassende Analyse und seinen vergleichenden Charakter gelobt, der Fallstudien aus den USA, Japan, Frankreich, Deutschland und Dänemark umfasst. Es schafft ein ausgewogenes Verhältnis zwischen praktischen und theoretischen Perspektiven auf die Auslandshilfe, was es sowohl für Wissenschaftler als auch für Praktiker wertvoll macht. Die Kapitel 3-7 zeichnen sich besonders durch ihren spannenden Inhalt aus, und die abschließenden Zusammenfassungen helfen, komplexe Informationen zu verdichten.
Nachteile:Einige Leser fanden das Buch zu detailliert und dicht, was die Lektüre erschwerte. Die häufige Verwendung von Akronymen und der Schreibstil trugen zu einem schwierigen Leseerlebnis bei. Außerdem wurde kritisiert, dass der Schwerpunkt nicht auf der multilateralen Hilfe liegt, insbesondere nicht auf der Europäischen Union, die eine wichtige Geberregion ist.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Foreign Aid: Diplomacy, Development, Domestic Politics
Die Auslandshilfe, eine Innovation des zwanzigsten Jahrhunderts, ist zu einem vertrauten und sogar erwarteten Element in den internationalen Beziehungen geworden. Doch Wissenschaftler und Regierungsvertreter debattieren nach wie vor darüber, warum Länder sie gewähren: Einige behaupten, dass sie in erster Linie ein Instrument der Diplomatie ist, andere argumentieren, dass sie in erster Linie dazu dient, die Entwicklung in armen Ländern zu fördern, und wieder andere verweisen auf ihre unzähligen neueren Verwendungszwecke.
Carol Lancaster setzt diesem Streit ein Ende, indem sie die bisher umfassendste Antwort auf die Frage gibt, warum Regierungen Auslandshilfe leisten. Sie argumentiert, dass die Hilfe aufgrund der Innenpolitik in den Geberländern schon immer - und auch in Zukunft - zur Erreichung verschiedener Ziele eingesetzt wurde und wird. Auf der Grundlage ihres Fachwissens in vergleichender Politikwissenschaft und internationalen Beziehungen sowie ihrer Erfahrung als ehemalige Beamtin stellt Lancaster fünf detaillierte Fallstudien vor - die Vereinigten Staaten, Japan, Frankreich, Deutschland und Dänemark -, die zeigen, wie Innenpolitik und internationaler Druck zusammenwirken, um zu bestimmen, wie und warum Geberregierungen Hilfe leisten.
Dabei untersucht sie die Auswirkungen von politischen Institutionen, Interessengruppen und der Art und Weise, wie Regierungen ihre Hilfe organisieren, auf die Auslandshilfe. Ihre Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für Wissenschaftler der internationalen Beziehungen und der vergleichenden Politik sowie für alle, die sich mit Auslandshilfe oder Außenpolitik befassen.