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Authoritarian Russia: Analyzing Post-Soviet Regime Changes
Russland ist heute eines der wichtigsten Beispiele für das Phänomen des "Wahlautoritarismus", der sich dadurch auszeichnet, dass er die Merkmale demokratischer Institutionen (wie Wahlen, politische Parteien und eine Legislative) übernimmt und sich in den Dienst der im Wesentlichen autoritären Machthaber des Landes stellt. Warum und wie hat sich das autoritäre Wahlregime in Russland gefestigt? Welches sind die Mechanismen seiner Aufrechterhaltung, und wie wird es sich voraussichtlich entwickeln? Das vorliegende Buch versucht, diese grundlegenden Fragen zu beantworten.
Vladimir Gel'man untersucht den Regimewechsel in Russland vom Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 bis zur Gegenwart und stellt systematisch theoretische und vergleichende Perspektiven zu den Faktoren vor, die den Regimewechsel und die autoritäre Entwicklung des Landes beeinflusst haben. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion versuchten die nationalen politischen Eliten Russlands, ihre Ziele zu erreichen, indem sie für sich günstige "Spielregeln" aufstellten und durchsetzten und informelle Gewinner-Koalitionen von Cliquen um einzelne Machthaber aufrechterhielten. In den 1990er Jahren waren diese Maßnahmen angesichts der Schwäche des russischen Staates und der angeschlagenen postsozialistischen Wirtschaft nur teilweise erfolgreich.
In den 2000er Jahren jedoch rettete Wladimir Putin das System dank der Kombination aus Wirtschaftswachstum und der Wiederbelebung der staatlichen Kapazitäten, die er durch eine Reihe nicht-demokratischer Reformen durchsetzen konnte. In den 2010er Jahren haben die veränderten Bedingungen im Land neue Risiken und Herausforderungen für das Putin-Regime mit sich gebracht, die sich in den kommenden Jahren auswirken werden.