
Insults in Classical Athens
Wissenschaftliche Untersuchungen des reichhaltigen Feldes der verbalen und extraverbalen athenischen Beleidigungen wurden in der Regel nur bruchstückhaft durchgeführt. Deborah Kamen gibt einen Überblick über dieses riesige Gebiet und fasst die Regeln, Inhalte, Funktionen und Folgen der Beleidigung von Athener Mitbürgern zusammen.
Das Ergebnis ist der erste Band, der das gesamte Spektrum der Beleidigungen abbildet, vom obszönen Geplänkel auf Festen über Beschimpfungen im Gerichtssaal bis hin zu Verleumdungen und sogar überheblichen Angriffen auf die Ehre anderer. Während die klassische Stadt die demokratische Gleichheit der "autochthonen" Bürger feierte, zählte sie eine große Zahl von Nichtbürgern zu ihren Einwohnern, so dass sich die Athener im Altertum mit der Aushandlung, Bestätigung und Einschränkung der Staatsbürgerschaft beschäftigten.
Kamen wirft die Frage auf, was es im demokratischen Athen bedeutete, ein Bürger zu sein, und zeigt, wie Beleidigungen eingesetzt wurden, um die Grenzen des akzeptablen Verhaltens zu kontrollieren. Dabei beleuchtet sie überraschende Unterschiede zwischen der Antike und der Gegenwart und zeigt auf, wie eine demokratische Gesellschaft, die die "freie Rede" schätzt, dennoch Sprache einschränken kann, die als schädlich für die Gemeinschaft als Ganzes angesehen wird.