Bewertung:

Das Buch „Believe & Destroy: Intellektuelle in der SS-Kriegsmaschinerie“ von Christian Ingrao bietet eine eingehende Untersuchung darüber, wie eine Gruppe von Intellektuellen ihre Beteiligung am Nazi-Regime und dessen Gräueltaten rationalisierte. Obwohl das Buch gründlich recherchiert und aufschlussreich ist, kann es eine anspruchsvolle Lektüre sein, die vielleicht nicht alle Leser anspricht. Der Autor erforscht die dunkle Seite der menschlichen Natur und die ideologischen Grundlagen der Nazi-Partei und liefert wertvolle historische Analysen, doch der dichte akademische Stil und die Erzählstruktur können einige Leser abschrecken.
Vorteile:⬤ Gründlich recherchiert und gut dokumentiert.
⬤ Bietet wertvolle Einblicke in die Verbindung zwischen deutschen Intellektuellen und der NS-Ideologie.
⬤ Zeigt die menschliche Seite der Handlungen von Schlüsselfiguren des Naziregimes.
⬤ Zeigt die komplexen Zusammenhänge auf, wie gebildete Menschen Gräueltaten begehen können.
⬤ Spannende Diskussionen über Themen wie die nationalsozialistische Rhetorik und die Rechtfertigung von Gewalt.
⬤ Extrem dichter und akademischer Schreibstil; schwer zu lesen.
⬤ Es fehlt eine klare Erzählung, was für die Leser verwirrend sein kann.
⬤ Aus dem Französischen übersetzt, was zu Übersetzungsproblemen führen kann.
⬤ Einige Rezensenten bemängelten, dass die individuellen Motivationen hinter den Handlungen nicht vollständig erforscht werden.
⬤ Nicht empfehlenswert für Gelegenheitsleser ohne Hintergrundwissen über das Thema.
(basierend auf 33 Leserbewertungen)
Believe and Destroy: Intellectuals in the SS War Machine
Es waren achtzig von ihnen. Sie waren jung, klug und kultiviert; sie waren kaum dreißig Jahre alt, als Adolf Hitler an die Macht kam.
Ihr Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, der Sprachwissenschaften, der Philosophie und der Geschichte prädestinierte sie für eine glänzende Laufbahn. Sie entschieden sich für den Eintritt in die Repressionsorgane des Dritten Reichs, insbesondere in den Sicherheitsdienst (SD) und die Eliteeinheit der NSDAP, die SS. Sie theoretisierten und planten die Ausrottung von zwanzig Millionen Menschen angeblich „minderwertiger“ Ethnien.
Die meisten von ihnen wurden Mitglieder der als Einsatzgruppen bekannten paramilitärischen Todesschwadronen und waren an der Ermordung von über einer Million Menschen beteiligt. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen erzählt Christian Ingrao die fesselnde Geschichte dieser Kinder des Ersten Weltkriegs, wobei er sich auf die Netzwerke von Mitstreitern, Akademikern und Freunden konzentriert, in denen sie sich bewegten, und untersucht, wie sie sich den Krieg und die „Welt der Feinde“ vorstellten, die sie ihrer Meinung nach bedrohten.
Es werden die Mechanismen ihres politischen Engagements und ihre Rolle im Nationalsozialismus und beim Massenmord aufgezeigt. Dank dieser bahnbrechenden Studie können wir nun verstehen, wie diese Männer zu ihren Überzeugungen kamen und wie diese Überzeugungen so zerstörerisch wurden.
Die Geschichte des Nationalsozialismus, so zeigt Ingrao, ist auch eine Geschichte der Überzeugungen, in der eine mächtige Militärmaschinerie mit persönlichen Erfahrungen, Eifer, Angst, Utopie und Grausamkeit verwoben wurde.