
Balaam's Ass: Vernacular Theology Before the English Reformation: Volume 1: Frameworks, Arguments, English to 1250
Über siebenhundert Jahre lang spielten Schriften in Volkssprachen eine unverzichtbare Rolle in der religiösen und intellektuellen Kultur des christlichen Englands des Mittelalters, doch wurden Charakter und Ausmaß ihrer Bedeutung nur unzureichend erkannt. Die seit langem bestehende Identifizierung des mittelalterlichen westeuropäischen Christentums mit der lateinischen Sprache und das mangelnde Bewusstsein für die schiere Vielfalt und Menge an religiösem Schrifttum in den Volkssprachen des englischen Mittelalters haben unser Verständnis dieser Epoche erschwert und einen Großteil der Wissenschaft hartnäckig beeinflusst.
In Balaam's Ass wird erstmals ein umfassender Überblick über das religiöse Schrifttum in den drei wichtigsten Volkssprachen des frühen Englands - Altenglisch, Inselfranzösisch und Mittelenglisch - zwischen dem neunten und sechzehnten Jahrhundert gegeben, indem Arbeiten aus verschiedenen Disziplinen, darunter Literaturwissenschaft, christliche Theologie, Sozialgeschichte und Geschichte der Institutionen, zusammengeführt werden. Nicholas Watson argumentiert nicht nur, dass diese Texte die älteste kontinuierliche Tradition der europäischen Volkssprache darstellen, sondern auch, dass sie für unser Verständnis der Art und Weise, wie das Christentum das Leben von Individuen, Gemeinschaften und Gemeinwesen im Mittelalter geformt und geprägt hat, von wesentlicher Bedeutung sind.
Dieser erste von drei Bänden legt die lange nachreformatorische Geschichte der falschen Behauptung dar, dass die mittelalterliche katholische Kirche der Volkssprache feindlich gegenüberstand. Er analysiert die komplizierte Idee der Volkssprache, eine mittelalterliche Neuerung, die sich in einem riesigen Korpus erhaltener religiöser Texte in Volkssprache niederschlägt. Schließlich konzentriert er sich auf die erste, lange Generation dieser Schriften, die in Altenglisch und frühem Mittelenglisch verfasst wurden.