Bewertung:

Die Rezensionen zu Eric Nisensons Buch „Blue: The Murder of Jazz“ zeigen eine geteilte Perspektive auf die Argumente des Autors zur Entwicklung und zum Zustand der Jazzmusik. Während einige Leser Nisensons Leidenschaft und die Kritik am Neoklassizismus zu schätzen wissen, kritisieren andere, das Buch sei zu repetitiv, es fehle an konkreten Beweisen und es sei zu polemisch.
Vorteile:⬤ Leidenschaftliche und klare Argumente, die zum Nachdenken über das Wesen des Jazz anregen.
⬤ Wirft erfolgreich Fragen bezüglich der neoklassizistischen Perspektive im Jazz auf und spricht Musiker und allgemeine Leser gleichermaßen an.
⬤ Bietet historischen Kontext und persönliche Einblicke in die Entwicklung des Jazz und ermutigt neue Leser, das Genre weiter zu erforschen.
⬤ Sich wiederholende Struktur, die durch unnötige Inhalte aufgebläht wirkt.
⬤ Es fehlt an konkreten Beweisen, und einige Behauptungen sind nicht haltbar.
⬤ Die Kritik an bestimmten Musikern (z. B. Wynton Marsalis) wird als zu hart oder unbegründet empfunden, und es besteht der Eindruck, dass bei der Entscheidung darüber, was „wahrer“ Jazz ist, ein Elitedenken herrscht.
⬤ In einigen Rezensionen wird erwähnt, dass sich das Buch eher wie eine Sammlung von Artikeln als eine zusammenhängende These liest.
(basierend auf 14 Leserbewertungen)
Blue: The Murder of Jazz
Einst war der Jazz eine blühende Form innovativer und fließender Musik, heute ist er das Opfer zerstörerischer professioneller und künstlerischer Kräfte, meint Eric Nisenson.
Die Korruption durch Vermarkter, die Vereinnahmung durch den Mainstream, die oberflächliche Darstellung in den Medien und der schiere Mangel an Können haben alle zum Niedergang dieser ehrwürdigen Kunstform beigetragen. Nisenson beschreibt überzeugend, wie die gesamte Jazz-"Industrie" von einem ausgewählten Kader kontrolliert wird, der die wichtigsten Bestandteile der Musik im Würgegriff hat.
Sind Spontaneität und Improvisation im Zuge der veränderten Hörkultur geopfert worden? Man kann Nisensons Thesen und Argumenten zustimmen oder sie ablehnen, aber wie Booklist sagt, "seine Leidenschaft ist fesselnd".