Bewertung:

Das Buch wird als hervorragende Ressource und faszinierende Lektüre gelobt, insbesondere für Fachleute, die mit sehbehinderten Menschen arbeiten. Es wird jedoch bemängelt, dass es an detaillierten Falldarstellungen und Unstimmigkeiten in der Terminologie mangelt, was Vergleiche zwischen verschiedenen Studien erschwert. Die Neuroplastizität wird besonders hervorgehoben, und Kapitel 3 wird besonders geschätzt.
Vorteile:⬤ Ausgezeichnete Quelle
⬤ faszinierende Lektüre mit vielen Fallbeispielen
⬤ aufschlussreich zur Neuroplastizität
⬤ nützlich für Fachleute, die mit sehbehinderten Menschen arbeiten
⬤ Kapitel 3 ist besonders hilfreich.
⬤ Die Fälle sind nicht bis ins Detail aufgeschlüsselt
⬤ Diskrepanzen bei Definitionen und Terminologie
⬤ das Fehlen fester Standards erschwert den Datenvergleich.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Blind Vision: The Neuroscience of Visual Impairment
Eine Untersuchung der Auswirkungen von Blindheit und anderen Arten von Sehbehinderungen auf die kognitiven Fähigkeiten.
Kann eine blinde Person sehen? Allein die Vorstellung scheint paradox. Und doch, wenn wir "Sehen" als die Fähigkeit begreifen, interne mentale Repräsentationen zu erzeugen, die visuelle Details enthalten können, wird die Idee des blinden Sehens zu einem Konzept, das untersucht werden kann. In diesem Buch untersuchen Zaira Cattaneo und Tomaso Vecchi die Auswirkungen von Blindheit und anderen Arten von Sehbehinderungen auf die Entwicklung und Funktion des menschlichen kognitiven Systems. Auf der Grundlage von verhaltensbiologischen und neurophysiologischen Daten analysieren Cattaneo und Vecchi Forschungsergebnisse zu mentalen Bildern, räumlicher Wahrnehmung und Kompensationsmechanismen auf sensorischer, kognitiver und kortikaler Ebene bei Personen mit vollständiger oder hochgradiger Sehbehinderung. Sie stellen fest, dass unser Gehirn unsere Augen nicht braucht, um zu "sehen".
Cattaneo und Vecchi befassen sich mit kritischen Fragen von weitreichender Bedeutung: der Beziehung zwischen visueller Wahrnehmung und Bildvorstellungen und dem Arbeitsgedächtnis sowie dem Ausmaß, in dem mentale Bildvorstellungen vom normalen Sehen abhängen.
Die funktionalen und neuronalen Beziehungen zwischen dem Sehen und den anderen Sinnen.
Die spezifischen Aspekte der visuellen Erfahrung, die für die kognitive Entwicklung oder bestimmte kognitive Mechanismen entscheidend sind.
Und die außergewöhnliche Plastizität des Gehirns - wie die Art und Weise, wie bei Blinden der visuelle Kortex reorganisiert werden kann, um andere Wahrnehmungs- oder kognitive Funktionen zu unterstützen. Bei fehlendem Sehvermögen fungieren die anderen Sinne als funktioneller Ersatz und werden oft verbessert. Mit Blind Vision wenden sich Cattaneo und Vecchi gegen die "Tyrannei des Visuellen" und weisen auf die Bedeutung der anderen Sinne für die Kognition hin.