Bewertung:

Fiona MacCarthys Biografie über Lord Byron wird für ihre gründliche Recherche und ihre fesselnde Prosa gelobt, die ein detailliertes und nuanciertes Porträt von Byrons kompliziertem Leben bietet. Während viele die Detailtiefe und den historischen Kontext beeindruckend finden, konzentrieren sich einige Kritiken auf den akademischen Ton und die Länge des Buches, was es für diejenigen, die eine leichtere Lektüre suchen, zu einer Herausforderung macht.
Vorteile:Die gut recherchierte und detaillierte Biografie, die schön geschrieben ist, erweckt Byrons komplexes Leben zum Leben, gibt Einblicke in seine Beziehungen und seinen Charakter und ist eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich für Byrons Leben interessieren.
Nachteile:Die Erzählung kann sich manchmal akademisch und trocken anfühlen, sie ist langatmig und dicht, einige Leser könnten den umfangreichen Fokus auf Byrons sexuelle Eskapaden ermüdend oder unangenehm finden, und es gibt Forderungen nach einer tieferen Analyse der Primärquellen.
(basierend auf 46 Leserbewertungen)
Fiona MacCarthy gelingt ein Durchbruch bei der Interpretation von Byrons Leben und Poesie, indem sie sich auf das weltberühmte Archiv von John Murray stützt. Sie wirft einen neuen Blick auf seine frühen Jahre: seine Kindheit in Schottland, die umkämpften Beziehungen zu seiner Mutter, die Auswirkungen seines deformierten Fußes auf seine Entwicklung.
Sie zeichnet seine frühen Reisen im Mittelmeerraum und im Orient nach und beleuchtet seine Beziehungen zu heranwachsenden Jungen - ein Thema, das in früheren Biografien verborgen blieb. Sie schenkt der fesselnden Tragikomödie von Byrons Ehe, seiner inzestuösen Liebe zu seiner Halbschwester Augusta und der geballten Aufmerksamkeit seiner weiblichen Fans die gebührende Aufmerksamkeit und verleiht seinen engen Männerfreundschaften, insbesondere der mit seinem Verleger John Murray, eine neue Bedeutung. Sie erzählt die ganze Geschichte ihrer berühmten Meinungsverschiedenheit, die in einem Zerwürfnis zwischen ihnen endete, als Byrons Poesie immer rücksichtsloser und kontroverser wurde.
Byron war schon zu Lebzeiten eine Berühmtheit und wurde 1812, nach der Veröffentlichung von Childe Harold, zum „Superstar“. Nach seinem Tod im griechischen Unabhängigkeitskrieg im Alter von sechsunddreißig Jahren wuchs die Byron-Legende zu einem nie dagewesenen Ausmaß an.
Das Problem für einen Biographen besteht darin, die Wahrheit von dem Sentimentalen, dem Eigennützigen und dem Falschen zu unterscheiden. Fiona MacCarthy ist es gelungen, eine tadellos recherchierte Biografie zu verfassen, die gleichzeitig ihre erfrischende persönliche Sichtweise widerspiegelt.