Bewertung:

Das Buch „Cervantes in Algier“ von María Antonia Garcés wird für seine gründliche Recherche und Erkundung des Lebens und der Arbeit von Miguel Cervantes während seiner Zeit als Gefangener in Algier hoch gelobt. Sie stellt eine Verbindung zwischen Trauma und Kreativität her und bietet einen reichhaltigen historischen Kontext dieser Epoche. Das Buch ist zugänglich und fesselnd geschrieben und spricht sowohl Wissenschaftler als auch allgemein an Geschichte und Literatur interessierte Leser an. Auch wenn das Buch gefeiert wird, könnte es sein, dass einige Leser eher direkte Einblicke in Cervantes' Erzählungen als ausführliche historische Diskussionen suchen.
Vorteile:⬤ Gut recherchiert und geschrieben
⬤ fesselnder historischer Bericht
⬤ verbindet Trauma mit Kreativität
⬤ zugänglich für Nicht-Experten
⬤ bereichert das Verständnis von Cervantes und seinem Kontext
⬤ Übersetzungen von Referenzen bereitgestellt
⬤ ausgezeichnet mit dem James Russell Lowell Prize.
Einige Leser mögen eine direktere Analyse von Cervantes' Erzählungen einer breiteren historischen Untersuchung vorziehen.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Cervantes in Algiers: A Captive's Tale
Als der Soldat Miguel de Cervantes nach der Schlacht von Lepanto und anderen Feldzügen gegen die Türken im Mittelmeer nach Spanien zurückkehrte, wurde er von barbarischen Piraten gefangen genommen und nach Algier verschleppt. Die fünf Jahre, die er in den algerischen Bagnios oder Gefängnissen (1575-1580) verbrachte, hinterließen einen unauslöschlichen Eindruck auf seine Werke. Von den ersten Theaterstücken und Erzählungen, die er nach seiner Freilassung verfasste, bis hin zu seinem posthumen Roman spricht die Geschichte von Cervantes' traumatischer Erfahrung ununterbrochen durch seine Schriften. Cervantes in Algier bietet einen umfassenden Überblick über sein Leben als Sklave und vor allem über die anhaltenden Auswirkungen dieser traumatischen Erfahrung auf sein literarisches Schaffen.
Jahrhunderts, das Leben von Cervantes im Gefängnis, seine vier Ausbruchsversuche und die Bedingungen seines letzten Lösegelds so anschaulich und aufschlussreich dokumentiert. Garces' Porträt einer hochentwickelten multiethnischen Kultur in Algier dürfte darüber hinaus neue Diskussionen über die frühneuzeitlichen Begegnungen zwischen Christen und Muslimen eröffnen. Indem er Belege aus vielen verschiedenen historischen und literarischen Quellen zusammenführt, rekonstruiert Garces die Beziehungen zwischen Christen, Muslimen und Abtrünnigen in einer Reihe von Cervantes' Schriften.
Die Idee, dass Überlebende der Gefangenschaft ihre Geschichte wiederholen müssen, um zu überleben (eine Einsicht, die von Coleridge über Primo Levi bis hin zu Dori Laub angeführt wird), erklärt nicht nur Cervantes' Erzählung, sondern auch das Buch, das sie so überzeugend theoretisiert. Als ehemalige Gefangene (eine Geisel der kolumbianischen Guerilla) liest und hört die Autorin Cervantes mit einem anderen Ohr.