
Living Chronic: Agency and Expertise in the Rhetoric of Diabetes
Diabetes, der seit mehr als einem Jahrzehnt als Epidemie bezeichnet wird, ist nach wie vor eines der wichtigsten Gesundheitsprobleme des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Da das Selbstmanagement ein wichtiger Bestandteil des Lebens mit der Krankheit ist, hat das biomedizinische Konzept der Patientenvertretung lange Zeit die Vorstellungen von individueller Verantwortung und Autonomie betont.
Die dramatischen Veränderungen im Gesundheitswesen und in der kulturellen Praxis erfordern jedoch eine Neubewertung der traditionellen Definitionen von Patientenautonomie. Lora Arduser's Living Chronic: Agency and Expertise in the Rhetoric of Diabetes" antwortet auf diese Forderung mit einer einzigartigen rhetorischen Untersuchung eines der kritischsten Themen der zeitgenössischen Gesundheit: wie wir mit dem chronischen Leiden leben und arbeiten.
Durch ihre scharfsinnige Analyse des Diskurses sowohl von Menschen mit Diabetes als auch von Gesundheitsdienstleistern stellt Arduser ein neues Modell für die Handlungsfähigkeit von Patienten vor - eines, das für ein relationales, fließendes Konzept der Handlungsfähigkeit plädiert, das die Grenzen zwischen medizinischen Experten und Patienten verwischt. Ihr zum Nachdenken anregender Einsatz von körperlicher und rhetorischer Plastizität entwirft ein mehrdimensionales Bild der Patientenvertretung, das tiefgreifende Auswirkungen darauf hat, wie Rhetorikwissenschaftler, Menschen, die mit chronischen Krankheiten leben, und Gesundheitsdienstleister einen patientenzentrierten Diskurs und eine patientenorientierte Praxis gestalten können.