Bewertung:

Die Biografie von Clement Attlee bietet eine gründliche und fesselnde Erforschung seines Lebens und seiner politischen Karriere und hebt seine bedeutenden Beiträge zur britischen Gesellschaft und zum demokratischen Sozialismus hervor. Obwohl sie überwiegend positiv ausfiel, wiesen einige Leser auf die Länge und Voreingenommenheit hin.
Vorteile:Das Buch wird als gut recherchiert, gründlich und fesselnd beschrieben, was es ungemein lesenswert macht. Es beleuchtet effektiv Attlees einflussreiche Rolle bei der Schaffung des Wohlfahrtsstaates und der Umgestaltung der politischen Landschaft Großbritanniens nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Leser schätzten die Fähigkeit des Autors, weniger bekannte historische Figuren zum Leben zu erwecken und Attlees Ansichten mit der zeitgenössischen Politik zu vergleichen, insbesondere in Bezug auf den Sozialismus. Der Text wird für seine Klarheit und Tiefe gelobt.
Nachteile:Einige Leser empfanden das Buch als etwas langatmig und repetitiv. Es gibt Bedenken hinsichtlich einer möglichen Voreingenommenheit bei der Darstellung von Attlee, da der Autor ihn zu bewundern scheint, was zu einem Mangel an gegenteiligen Standpunkten führt. Außerdem wurden einige sachliche Ungenauigkeiten festgestellt, die das Vertrauen des Lesers in die Recherchen des Autors beeinträchtigten.
(basierend auf 17 Leserbewertungen)
Clement Attlee: The Man Who Made Modern Britain
In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts rückte Winston Churchill durch seine Heldentaten im Krieg und seine überlebensgroße Persönlichkeit in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Für die meisten ist er nach wie vor der größte Premierminister Großbritanniens, dessen Ruhm und Charisma alle seine Nachfolger in den Schatten stellt. Doch obwohl er die Sternstunde seines Landes leitete, war er nicht dessen folgenreichster Führer. In dieser maßgeblichen neuen Biografie zeigt John Bew, dass diese Bezeichnung Clement Attlee gebührt, Churchills Nachfolger, der eine neue Ära politischer, wirtschaftlicher und sozialer Reformen einleitete, die Großbritannien für immer verändern sollte.
Bews gründliche und scharfe Untersuchung von Attlee, dem ehemaligen Vorsitzenden der Labour Party, beleuchtet, wie seine progressiven Überzeugungen seine einflussreiche Innen- und Außenpolitik prägten. Attlees ruhige Hartnäckigkeit, die oft als zu sozialistisch oder nicht radikal genug kritisiert wurde, war für den Erfolg seiner Partei unabdingbar und für die britische Identität insgesamt von großer Bedeutung. Im Jahr 1948 führte er im Rahmen seines britischen New Deal den National Health Service ein - ein umfassendes, universelles System von Versicherungen, Sozialleistungen und Familienbeihilfen, das allen britischen Bürgern zugute kommen sollte. Attlee initiierte auch wichtige Fortschritte in den internationalen Beziehungen, indem er die Entwicklung der Vereinten Nationen und der Nordatlantikvertrags-Organisation unterstützte und Indien, Birma und Ceylon die Unabhängigkeit gewährte. Als Reaktion auf den Aufstieg der Sowjetunion und die Bedrohung durch Atombomben genehmigte er den Aufbau der nuklearen Abschreckung Großbritanniens.
Clement Attlee: The Man Who Made Modern Britain untersucht seine Amtszeit in den Nachkriegsjahren, als er in einem Zeitalter der Sparmaßnahmen und des imperialen Niedergangs eine radikale neue Regierung leitete. Bew wertet zeitgenössische Memoiren, Tagebücher und Presseauszüge aus, um dem Leser einen erhellenden und intimen Einblick in Attlees Leben und Karriere zu geben. Diese umfassende Biografie, die sowohl den Menschen als auch die politische Landschaft in den Blick nimmt, bietet neue Einblicke in die Seele eines Führers, der sein Land und damit auch das riesige Reich, über das er einst herrschte, veränderte.