
Curriculum, Pedagogy and Educational Research: The Work of Lawrence Stenhouse
Lawrence Stenhouse war einer der bedeutendsten, originellsten und einflussreichsten Erziehungswissenschaftler seiner Generation. Seine Theorien über Lehrpläne, Lehrplanentwicklung, Pädagogik, Lehrerforschung und Forschung als Grundlage für den Unterricht sind nach wie vor überzeugend und aktuell und bilden einen Gegenpol zum instrumentellen und technokratischen Denken in der Bildung. In diesem Buch beschreiben renommierte Erziehungswissenschaftler Stenhouses Beitrag zur Bildung, untersuchen die zeitgenössische Relevanz seines Denkens und machen ein breites Spektrum von Studenten, Lehrern, Lehrerausbildern und anderen an der Bildung Beteiligten auf sein Werk und sein Vermächtnis aufmerksam.
Stenhouse sah das vorrangige Ziel der Bildung in der Entwicklung der Individualität durch eine kreative und kritische Auseinandersetzung mit der Kultur. Er war ein früher Befürworter der integrativen Bildung und setzte sich dafür ein, allen Schülern eine Bildung zu ermöglichen, die sie herausfordert und stärkt. Für Stenhouse lagen viele der Probleme der Bildung nicht so sehr in den Inhalten, sondern in den Bedingungen, unter denen die Schüler Zugang zu ihr hatten. Folglich leistete er Pionierarbeit bei der Lehrplanreform, bei der die Qualität des Bildungsprozesses und die ihn bestimmenden Werte im Vordergrund standen, im Gegensatz zur "rationalen Lehrplanplanung", bei der die Vorgabe messbarer Lernergebnisse im Vordergrund stand. Stenhouse entwickelte die ehrgeizigste Strategie der Lehrplanreformbewegung, das "Prozessmodell", und war ihr wichtigster Theoretiker. Im Mittelpunkt dieser Strategie stand seine Idee vom "Lehrer als Forscher", der die Werte, die einen sinnvollen Bildungsprozess ausmachen, schrittweise in konkrete Handlungsformen in den Klassen und Schulen umsetzen sollte.
Stenhouse' einzigartiger Beitrag zum Lehrplan war seine besondere Konzeption des Verhältnisses zwischen dem Lehrer (Autorität), dem Lernenden (Autonomie) und dem Lehrstoff (Verständnis). Auf der Grundlage seines erkenntnistheoretischen Skeptizismus und seiner Begegnungen mit fachlich versierten Lehrern, die die intellektuelle Unabhängigkeit der Schüler schätzten und förderten, entwickelte Stenhouse ein scharfes Gespür für die Art und Weise, wie der Unterricht das Potenzial für autonomes Denken der Schüler fördert oder hemmt, entwickelt oder verdrängt. Er veränderte die Beziehung zwischen Lehrplantheorie, Bildungsforschung und Lehrern, indem er die Lehrer in den Mittelpunkt des Lehrplanentwicklungsprozesses und den Lehrer als Forscher in den Mittelpunkt der Lehrerprofessionalität stellte.