Bewertung:

Das Buch ist eine komplexe und originelle Erzählung über den Untergang des Menai-Stammes in Nigeria, die durch eine Vielzahl einzigartiger Stimmen an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Kontexten erzählt wird. Es enthält eine Mischung aus komischen, akademischen und rasanten Elementen und ist in einem nicht-linearen Format verfasst, wodurch ein reichhaltiger Wandteppich von Geschichten entsteht.
Vorteile:Der Schreibstil ist brillant mit lebhaften Beschreibungen, scharfen Dialogen und einer einzigartigen Erzählstruktur. Die verschiedenen Charaktere und ihre Geschichten bieten eine lebendige und vielschichtige Perspektive auf das Hauptthema. Der Autorin gelingt es, mit erfundener Sprache und Stammestraditionen ein Gefühl für Kultur zu vermitteln, und das Fehlen von Tippfehlern ist lobenswert.
Nachteile:Die nicht-lineare Erzählweise kann zu Verwirrung und Unklarheit führen, da viele Bezüge unklar und kontextabhängig sind. Der komplexe Stil könnte einige Leser abschrecken, die geradlinige Erzählungen bevorzugen, und die Erzählung ist dicht gepackt, was dazu führen kann, dass sie überwältigend wirkt.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
The Extinction of Menai
In den frühen 1980er Jahren führt ein Pharmakonzern einen unethischen Medikamentenversuch an den Bewohnern des Nigerdelta-Dorfes Kreektown durch. Als Kinder an den Folgen des Versuchs sterben, beginnen die Dominosteine der Sprachauslöschung und des kulturellen Zusammenbruchs zu kippen.
Jahrzehnte später zeichnet sich das Ende für das Volk der Menai ab. Zwillingsbrüder, die von Geburt an getrennt sind, eine exkommunizierte Tochter, die mit ihrem Arzt ein urbanes Leben führt, und ein berüchtigter Selbstjustizler gehören zu den unauslöschlichen Figuren, deren Leben von dieser kollektiven Tragödie geprägt ist. Nicht zuletzt ist da der spirituelle Führer Mata Nimito, der auf seiner Suche nach der Seele der Menai und den Folgen eines jahrhundertealten Verrats die alte Wanderung seines Volkes zurückverfolgt.
In Das Aussterben der Menai bewegt sich Chuma Nwokolo über Zeit und Kontinente hinweg, um eine Geschichte zu erzählen, die dringende Probleme der Gegenwart anspricht. Er konfrontiert mit den Machtverhältnissen zwischen großen Unternehmen und kleinen Gemeinden, Unternehmenslobbys und Regierungen sowie großen Pharmakonzernen und Verbrauchern, die in den konkurrierenden Erzählungen über das Leben und Sterben einer Zivilisation zum Ausdruck kommen.
In einem Roman von atemberaubender Tragweite bewegt sich Chuma Nwokolo durch Zeit und Raum und liefert eine Geschichte, die dringende zeitgenössische Anliegen anspricht. Die unauslöschlichen Stimmen seiner Figuren bieten Perspektiven, die gleichzeitig global, politisch und zutiefst menschlich sind.