Bewertung:

Den Rezensionen zufolge konzentriert sich das Buch von Timothy Beal eher auf die negativen Interpretationen und kulturellen Aneignungen der Offenbarung als auf eine eingehende Untersuchung des Textes selbst. Der Autor zieht unschmeichelhafte Vergleiche, die einige Leser nicht überzeugen können.
Vorteile:Das Buch bietet einen kritischen Blick darauf, wie verschiedene Kulturen und Subkulturen mit dem Buch der Offenbarung umgehen, und es wirft wichtige Diskussionen über die Auswirkungen dieser Interpretationen auf.
Nachteile:Viele Leser sind der Meinung, dass das Buch keine gründliche Untersuchung der Offenbarung selbst enthält und sich stattdessen auf fragmentarische kulturelle Bezüge konzentriert. Außerdem empfinden einige Beals Vergleiche, insbesondere mit Frankenstein, als überzogen und etwas grotesk.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
The Book of Revelation: A Biography
Das Leben und die Zeiten des geheimnisvollsten und aufrührerischsten Buches des Neuen Testaments
Nur wenige biblische Bücher wurden so sehr verehrt und geschmäht wie die Offenbarung. Viele bejubeln sie als Höhepunkt prophetischer Visionen, als Eckpfeiler des biblischen Kanons und - für diejenigen, die Augen haben - als Schlüssel zum Verständnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Andere prangern es als das Werk eines gestörten Individuums an, dessen grausame Träume von unmenschlicher Gewalt niemals in die Bibel hätten aufgenommen werden dürfen. Timothy Beal liefert eine prägnante Kulturgeschichte der Offenbarung und der apokalyptischen Fantasien, die sie beflügelt hat.
Beal führt den Leser von der Entstehung des Buches inmitten der Christenverfolgungen im Rom des ersten Jahrhunderts bis zu seinem anhaltenden Einfluss in der heutigen Populärkultur, den Medien und der bildenden Kunst und erforscht das oft sehr widersprüchliche Leben dieser manchmal erschreckenden, manchmal inspirierenden biblischen Vision. Er zeigt, wie Persönlichkeiten wie Augustinus und Hildegard von Bingen die Offenbarung in den Mittelpunkt ihrer eigenen mystischen Weltanschauung stellten und wie das Buch dank der lebendigen Kunstwerke, zu denen es inspirierte, populär blieb, selbst als es von späteren Kirchenführern wie Martin Luther angeprangert wurde. Die Offenbarung, die einem geheimnisvollen Propheten, der nur als Johannes bekannt ist, zugeschrieben wird, spricht mit einer Stimme, die sich von allen anderen in der Bibel unterscheidet. Beal zeigt, wie das Buch eine multimediale Konstellation von Geschichten und Bildern ist, die sich verändern und weiterentwickeln, während sie in neuen Kontexten Fuß fassen, und wie die Offenbarung in den Herzen und Köpfen jeder neuen Generation neu erfunden wird.
Dieses prägnante Buch zeigt, wie die Offenbarung immer wieder neue Geschichtsbilder, neue Phantasien von der Entrückung und neue Albträume vom Zurückgelassenwerden inspiriert.