Bewertung:

Das Buch wird für seine aufschlussreiche Erforschung des Konzepts des „Buches des Herzens“ über fast 20 Jahrhunderte hinweg gelobt und zeichnet sich durch seine Klarheit und wissenschaftliche Tiefe aus. Es gilt als wertvolle Quelle für alle, die sich für die Geschichte des Lesens und das Selbstverständnis der westlichen Zivilisation interessieren. Einige Leser halten jedoch die Vorhersagen des Autors über die Zukunft des buchzentrierten Denkens für zu pessimistisch.
Vorteile:Dicht, aber klar geschrieben, wissenschaftlich und doch unprätentiös, fokussiert und prägnant, ein breites Spektrum an Autoren und Texten abdeckend, anregend für diejenigen, die sich für die Geschichte des Lesens und der westlichen Zivilisation interessieren, vom Verlag gut produziert.
Nachteile:Ein kleiner Kritikpunkt ist die unangemessen pessimistische Prognose des Autors über die Zukunft der buchzentrierten Denkweisen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
The Book of the Heart
In der heutigen, zunehmend elektronisch geprägten Welt sagen wir, dass unsere Persönlichkeitsmerkmale fest verdrahtet sind und wir unsere Erinnerungen wiedergeben. Aber wir verwenden eine andere Metapher, wenn wir von jemandem sprechen, der die Gedanken eines anderen liest, oder von dem Wunsch, ein neues Kapitel aufzuschlagen - diese Ausdrücke beziehen sich auf das Buch des Selbst, eine Idee, die aus den Anfängen der westlichen Kultur stammt.
Eric Jager zeichnet die Geschichte und Psychologie des Konzepts des Selbst als Text von der Antike bis zur Moderne nach. Er konzentriert sich dabei besonders auf das Mittelalter, als die Metapher vom Buch des Herzens nach dem Vorbild des handgeschriebenen Codex in Literatur und Kunst ihren lebendigsten Ausdruck fand. So erzählen mittelalterliche Heiligenlegenden von Märtyrern, deren Herzen göttliche Inschriften aufnahmen; in Liedtexten und Liebesromanen finden sich Liebende, deren Herzen mit ihrer Leidenschaft beschriftet sind; in Gemälden werden Herzen als Bücher dargestellt; und mittelalterliche Schreiber fertigten sogar handschriftliche Kodizes in Form von Herzen an.
Das Buch des Herzens bietet eine neue Perspektive auf den Einfluss des Buches als Artefakt auf unsere Sprache und Kultur. Die Lektüre dieses Buches erweitert unsere Wertschätzung für die Beziehung zwischen Dingen und Ideen. --Henry Petroski, Autor von Das Buch im Bücherregal.