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Playing the Cello, 1780 1930
Diese innovative Studie über Cellisten und das Cellospiel des 19. Jahrhunderts zeigt, wie sich einfache Konzepte der Haltung, der Technik und des Ausdrucks im Laufe der Zeit veränderten, wobei anerkannt wird, dass viele verschiedene Praktiken nebeneinander bestanden.
Indem er das Bewusstsein für diese Vielfalt in den Mittelpunkt einer historischen Erzählung stellt, hat George Kennaway eine einzigartige Kulturgeschichte der Aufführungspraxis geschaffen. Kennaway greift nicht nur auf ein ungewöhnlich breites Spektrum an Quellenmaterial zurück - von Unterrichtsmethoden bis hin zu Gedichten, Romanen und Filmen -, sondern erkennt auch die Instabilität und Mehrdeutigkeit der Daten an, die die historisch informierte Performance stützen. Indem er die Annahmen des 19.
Jahrhunderts über die Natur des Cellos selbst untersucht, zeigt er neue Wege auf, wie man heute über historische Aufführungen nachdenken kann. Kennaways Behandlung von Tonqualität und Projektion sowie von Haltung, Bogenführung und Fingersatz ist von seinen praktischen Erkenntnissen als professioneller Cellist und Lehrer geprägt.
Vibrato und Portamento werden im Kontext einer zunehmenden Divergenz zwischen Theorie und Praxis untersucht, wie sie in gedruckten Quellen zu finden und in frühen Cello-Aufnahmen zu hören ist. Kennaway untersucht auch die unterschiedlichen Ansichten des 19.
Jahrhunderts über die geschlechtsspezifische Identität des Cellos und die Bedeutung dieser kulturellen Tropen für die zeitgenössische Aufführung. Indem er die Vielfalt und Mehrdeutigkeit der Quellen des neunzehnten Jahrhunderts akzeptiert und sich gegen allzu einfache Lösungen wehrt, hat Kennaway eine nuancierte Aufführungsgeschichte geschaffen, die Musikwissenschaftler und Interpreten gleichermaßen herausfordern und begeistern wird".