
The Drama of History: Ibsen, Hegel, Nietzsche
Henrik Ibsens Theaterstücke haben seit langem philosophisch orientierte Leser in ihren Bann gezogen. Von Nietzsche über Adorno bis Cavell haben sich Philosophen von Ibsen inspirieren lassen.
Aber was ist mit Ibsens eigener philosophischer Ausrichtung? Als Teil größerer europäischer Bewegungen, die das Drama neu erfanden, setzten sich Ibsen und andere Dramatiker mit der zeitgenössischen Philosophie auseinander. Die Philosophie des Dramas fand einen zentralen Platz bei Persönlichkeiten wie Gotthold Ephraim Lessing und Johann Gottfried Herder, erreichte aber zu Ibsens Zeit ihre reife Form in den Werken von G. W.
F. Hegel und Friedrich Nietzsche.
Kristin Gjesdal enthüllt die zentrale Bedeutung der Theaterphilosophie in der Philosophie des 19. Jahrhunderts und zeigt, wie das Drama als Kunstform Einblicke in die menschliche Geschichtlichkeit und die Bedingungen des modernen Lebens bietet. Das Drama der Geschichte vertieft und aktualisiert die Beziehung zwischen Philosophie und Drama - nicht indem es vorschlägt, dass entweder die Philosophie oder das Drama die Oberhand haben sollte, sondern indem es aufzeigt, wie ein anhaltender Dialog zwischen ihnen die Bedeutung und intellektuelle Kraft beider hervorbringt.
Ihre Studie enthüllt unterschätzte Aspekte der Werke Hegels und Nietzsches durch deren Rezeption in der europäischen Kunst und untersucht die philosophischen Dimensionen von Ibsens Drama. Im Mittelpunkt dieser Wechselbeziehung zwischen Philosophie und Drama steht das gemeinsame Interesse an der Erforschung der existenziellen Bedingungen des menschlichen Lebens, wie es in der Geschichte gelebt und erfahren wird.